Leserbrief
Tierzüchtern auf die Finger schauen
20.01.2012
Traurig, traurig, aber immer noch zählt das Neue und Außergewöhnliche, was einen persönlich abhebt vom Allgemeinen. Gezüchtet wird, was das Zeug hält, und vor allem, was Geld bringt. Natürlich sind wir selbst aber sehr umweltbewusst. Was für eine Heuchelei!
Das Geschäft mit den Tieren boomt, nicht nur zu Weihnachten, was ich unlängst nach Silvester selbst erleben durfte. In einem bekannten Gartencenter standen die Leute dutzendweise vor den dort angebotenen Kleintieren. Ich selbst wollte mir eine neue Gartenpflanze gönnen. Dabei viel mir ein sehr klägliches Gezwitscher zwischen den vielen Pflanzen auf. Ich ging der Sache auf den Grund und entdeckte dabei einen sehr ängstlichen und schon geschwächten Vogel. Als ich das Verkaufspersonal darauf ansprach, stieß ich auf lächelndes Desinteresse. Es hat sehr lange gedauert, Dank meiner Hartnäckigkeit, bis ich zwei Verkäuferinnen überzeugt hatte, das Tier mit einem Käscher zu fangen, um es wieder an seinen „Verkaufsplatz“ zu bringen. Deren Aussage „Naja, das passiert uns öfters“, spricht für sich.
Auch Zwerghasen haben es nicht leicht. Nicht selten findet man hier Zahnfehlstellungen, und man ist Dauergast beim Tierarzt. Ich selbst hatte mal ein Meerschweinchen, dessen Fell ich alle zwei Monate zurückschneiden musste, weil es so schnell wuchs. Das alles ist für mich eine sehr traurige Schönheit. Warum wird in unserem Land immer noch gezüchtet, was das Zeug hält? Wir haben doch schon Tiere genug. Tierheime quellen über. Warum will ich überhaupt ein Tier besitzen? Diese Frage sollte sich jeder stellen bevor er Tierbesitzer wird.
Tiere sind etwas besonderes, dessen Freundschaft wir nicht missbrauchen sollten. Darum sollte man den Tierzüchtern mal etwas genauer auf die Finger schauen. Und Tiere, wie Lebensmittel zu kaufen, sollte endlich verboten werden. Wo und „wie“ leben wir denn?
Helga ExnerUnter Nank 40
Tailfingen
