Abriss von „Ammann & Drescher“ naht
Bagger rollen im April an – Kosten für „as-wohnbau“ belaufen sich auf rund eine halbe Million Euro
Albstadt-Onstmettingen, 19.01.2012 von Volker Bitzer
Ein Symbol alter Onstmettinger Unternehmensgeschichte, heute jedoch nur noch ein steinerner Schandfleck inmitten des Ortes, wird dem Erdboden gleich gemacht: Das seit zig Jahren leer stehende Fabrikgebäude von „Ammann & Drescher“ wird abgerissen. Endlich, sagen viele Onstmettinger, die seit über 15 Jahren mit ansehen müssen, wie aus dem einst imposanten Produktionsgebäude ein zunehmend verlotternder und hässlicher Klotz wurde, der, direkt an der Hauptstraße gelegen, das Ortsbild prägt. Allerdings sehr zum Negativen.
Eine kleine Armada an Containern steht seit dieser Woche parat. Kräftige Männer der „Neuen Arbeit“ befüllen sie fleißig mit „Innereien“ aus der Fabrikbrache. Im April, so sieht es die Planung vor, sollen dann die Abrissbagger anrollen, um „diesen städtebaulichen Mangel zu beseitigen“. Exakt mit diesen Worten formuliert es Bettina Aicher, die Geschäftsführerin der „as-wohnbau“.
Das städtische Wohnbau-Unternehmen ist seit 2011 Eigentümerin des „Ammann & Drescher“-Areals samt den darauf stehenden Gebäuden. Viel Geld kosten nun die as-wohnbau, und somit natürlich letztlich den Steuerzahler, der Abbruch und die Altlastensanierung von „Ammann & Drescher“. Kalkuliert wird mit Kosten von bis zu einer halben Million Euro. Gekauft hat die as-wohnbau den Komplex von einem Dotternhausener Rentner, der bekanntlich im Jahre 1998 das Gelände ersteigerte. Damals mit der Hoffnung, einen Investor zu finden, der das große Gebäude renoviert und beispielsweise ein Seniorenheim oder ähnliches daraus macht. Lange sah es auch so aus, als ginge für den Erwerber die Rechnung auf. Doch die Planungen zogen sich und zogen sich. Letztlich wurde ein Seniorenheim dann auf dem ehemaligen „RUBO“-Gelände, rund 300 Meter Luftlinie entfernt, gebaut und das Projekt „Seniorenheim Ammann & Drescher“ platzte letztlich wie eine Seifenblase.
Seither dümpelte das Fabrikgebäude vor sich hin, der Zahn der Zeit nagte unerbittlich, und dass es irgendwann noch einmal zu neuem Leben erblühen würde, daran glaubte keiner mehr. Folglich blieb nur ein Wunsch: Das hässliche Gebäude muss weg.
Dass der Rentner aus Dotternhausen die gewaltigen Abrisskosten von mehreren hunderttausend Euro nicht stemmen würde und konnte, das war schnell klar. Teuer abkaufen, nur um abzureißen, wollte die Kommune aber auch nicht. „Selbst geschenkt ist noch zu teuer“ sagte vor gut zweieinhalb Jahren Ortsvorsteher Siegfried Schott. Mittlerweile hat die as-wohnbau gekauft, Dank grünem Licht der Gemeinderäte. Aber nicht viel gezahlt. „Quasi zum symbolischen Euro,“ lässt sich Bettina Aicher auf Nachfrage des ZOLLERN-ALB-KURIER entlocken.
Was mit dem Gelände passiert, wenn die alten Gemäuer abgerissen sind, steht laut Information von Bettina Aicher noch nicht fest. Ob eine Begrünung oder Parkplätze, wichtig ist für die as-wohnbau zunächst, dass „platt gemacht wird“.
