Leserbrief
Es gibt genügend Vorzeigebeispiele
18.01.2012
Ja, leider können wir keine Photovoltaik-Anlage wegen der schwachen Statik auf unserem Kirchendach installieren. Viel Aufwand haben wir betrieben, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Dennoch: Auch dieses Ergebnis hat seine positiven Seiten. Es haben uns viele Zuschriften, Telefonate und E-Mails von Menschen erreicht, die unser Vorhaben unterstützen wollten, und bei weitem nicht nur von Gemeindemitgliedern aus unserer eigenen Kirchengemeinde.
Aus dem Zollernalbkreis und darüber hinaus kamen Stimmen, die es gut fanden, dass wir nicht immer nur von Bewahrung der Schöpfung reden, sondern auch etwas dafür tun wollten – und das auch gegen eventuelle Widerstände des Denkmalamtes. Die Leipziger Nikolaikirche ist wohl das bekannteste Beispiel für eine gelungene Umsetzung von sinnvollen ökologischen Zielen gegen unverständliche bürokratische Zwänge und über die Bildersuche bei den verschiedenen Suchmaschinen im Internet finden sich Dutzende weiterer Beispiele. Die evangelische Kirchengemeinde in Nordheim am Neckar ist sogar bis zum Verwaltungsgerichtshof in Baden-Württemberg gegangen, um ihre Anlage gegen denkmalschutzrechtliche Bedenken des Landes durchzusetzen.
Das achtzehnseitige Urteil mit Begründung kann ich gerne weiterreichen. Und wer sich eine solche Anlage, auch noch mit künstlerischen Akzenten versehen, hier in unserer Nähe einmal selber anschauen möchte, kann dies in Mühlen am Neckar gerne machen: Dort befindet sich auf der katholischen Herz-Jesu-Kirche eine Glaskunst-PV-Anlage, mit der die Gemeinde nicht nur ein Zeichen für die Verantwortung der Menschen für die Schöpfung setzen wollte, sondern mit deren Überschuss die Gemeinde Projekte in der Dritten Welt unterstützt. Daher gilt mein Dank dem ZOLLERN-ALB-KURIER und Redakteurin Rosalinde Conzelmann für die Berichterstattung, ohne die das Thema keine so weiten Kreise gezogen hätte.
Pfarrer Christof SeisserBürgermeister-Jetter-Straße 25 Balingen
