Leserbrief
Würden Häuslebauer so wirtschaften, wären die meisten bankrott
18.01.2012
In einem Artikel heißt es: „Angesicht der steigenden Nachfrage durch Elektromobilität und strombetriebenen Wärmepumpen sieht Untersteller die Notwendigkeit, die Effizienz elektrischer Anlagen zu erhöhen. Allein die Modernisierung von Umwälzpumpen in der Hausheizung böte ein Einsparpotenzial von zwei Milliarden kW/h, das entspricht der Leistung eines ganzen Kraftwerks.“ Da dies unter „Stuttgart“ veröffentlich wurde, nehme ich an, dass es für Baden-Württemberg gilt? Zu den Fördermitteln: Wann merken die Politiker, dass die Großindustrie mit 1,8 Mrd. Euro subventioniert wird, die sie gar nicht brauchen, die Kohlesubventionierung von etlichen Mrd. wird bis 2018 verlängert, acht Mrd. Euro an Fördergelder wurden für Sonnenstrom 2011 ausgegeben. Die Technologie, die nur drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs abdeckt, aber 50 Prozent Förderkosten verursacht.
Zu den Stromkosten: Strom kostet rund 5,5 Cent, Windstrom an Land wird mit 9 Cent vergütet und Sonnenstrom vom Dach mit 24,4 Cent. Für die Energieförderung bezahlen wir bei einem Jahresverbrauch von durchschnittlichen 3500 kW/h pro Haushalt im Jahr 125 Euro mehr. Dazu kommen 30 Prozent Kostenerhöhung auf unseren Strom für Wärme und Umwälzpumpen. Es kann sich ja jeder ausrechnen, um wie viel es teurer wird! So sieht ökologisches Denken und Handeln aus – es wird mal wieder alles auf den Kleineren abgewälzt – und so gehen Politiker mit unseren Steuergelder um. Es ist ja nicht das eigene Geld! Wenn von uns Häuslebauer jeder so wirtschaften würde, wären 98 Prozent bankrott. Stelle man sich vor, man investiert in einen Betrieb 50 Euro und macht 48,50 Euro Verlust. Wenn es um das eigene Geld geht bei den Politikern, dann kann man einen Kredit von 500 000 Euro zu 0,9 Prozent Zinsen aufnehmen. Normalsterbliche zahlen aber zwischen 2,5 und 4 Prozent.
Zum Artikel vom 13.01. über die EnBW: Jetzt bekommt die EnBW Hunderte an Millionen Euro für die Energiewende. Warum hat sie in den fetten Jahren von 2008 bis Anfang 2011 nicht gespart, dafür aber hohe Dividende ausbezahlt. Jeder hat die Hand aufgehalten. Wir Wärme- und Umwälzpumpenbesitzer müssen aber eine Erhöhung von sage und schreibe 30 Prozent mehr bezahlen. Klasse – passt das noch zusammen? So wird ökologisches Denken und Handeln bestraft. PS: Aber das Land ist ja zu 49 Prozent beteiligt.
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Meßstetten
