Die Technik ist total veraltet
Sanierung des Hallenbades im Feriendorf Tieringen kostet über eine Million Euro
Messstetten-Tieringen, 18.01.2012 von Volker Schweizer
Wenn die Arbeiten im Frühjahr 2013 abgeschlossen sind, wird der Besucher vom Ergebnis nicht viel sehen. Das Geld fließt in die überalterte Lüftungs- und Badewassertechnik. Denn in den 36 Jahren, seit das Bad im Feriendorf existiert, haben sich die Auflagen geändert, es gibt neue Hygiene- und Wasservorschriften – gerade auch im Hinblick auf das Flüssiggas-Blockheizkraftwerk, das die Elektroheizung ersetzen soll.
Der Träger des Feriendorfes ist der Verein für Evangelische Familienferiendörfer in Württemberg, mit Sitz in Stuttgart. Was die Badewassertechnik betrifft, sind laut Geschäftsführer Karl-Heinz Jaworski zum Beispiel der Filter und der Schwallwasserbehälter zu klein. Die Chloranlage ist zwar funktionstüchtig, trotzdem wird ein besseres und sicheres System empfohlen. „Gravierende Mängel“ weist das Lüftungsgerät auf.
Auf 1,1 Millionen Euro schätzt Bernhard Deyhle die Kosten. Diese Summe teilen sich die Stadt und der Verein. Ob es vom Land einen Zuschuss gibt, steht noch nicht fest. Ursprünglich sei geplant gewesen, das Projekt in drei Bauabschnitte nach Dringlichkeit zu unterteilen, informiert Deyhle. Damit das Bad nicht zu lange geschlossen bleiben müsse, hätten sich die Beteiligten darauf geeinigt, die kurz- und mittelfristigen Maßnahmen zusammenzulegen. Wenn alles nach Plan laufe, wolle man die Arbeiten im Januar und Februar durchführen. Rund zehn Wochen werde kein Badebetrieb möglich sein.
Durch die Sanierung erhoffen sich die Verantwortlichen eine jährliche Einsparung bei den Betriebskosten in Höhe von 10 000 bis 15 000 Euro. Langfristig ist geplant, den Beckenbereich neu zu fließen. 200 000 Euro will man dafür bereithalten. Bis zur Umsetzung kann es aber noch bis zu zehn Jahre dauern.
Vor gar nicht allzu langer Zeit hat das Hallenbad einen neuen Anstrich bekommen. Die Duschen befinden sich laut Bernhard Deyhle in einem guten Zustand, und auch wegen der Außenhülle müsse man sich keine Gedanken machen.
Nicht nur ein Anziehungspunkt für Urlauber – Auch die Schulen und Vereine sind regelmäßig zu Gast
Bis zu 5000 Badegäste werden jedes Jahr im Hallenbad des Tieringer Feriendorfes gezählt. Regelmäßig findet Schwimmunterricht für die Grundschüler aus Hossingen, Oberdigisheim und Tieringen statt. Auch die Realschule Meßstetten, das Gymnasium Meßstetten, die Volkshochschule und die Vereine nutzen das Bad. Einmal in der Woche kann die Öffentlichkeit in der Sauna schwitzen. Das Bad ist also aus Tieringen nicht mehr wegzudenken.
Freien Eintritt haben die Urlauber. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadt sind auch die Preise für die Bürger erschwinglich. „Wir freuen uns darüber, dass sich Meßstetten so stark einbringt“, so Bernhard Deyhle.
Das Becken ist 18 Meter lang und acht Meter breit. Es besitzt einen Hubboden, um Kindern, die noch nicht schwimmen können, den Aufenthalt und das Spielen zu ermöglichen.Vor drei Jahren wurden die Duschen saniert.
