Wunderbare Schulferien

10.01.2012 von Ralph Conzelmann

Schulferien sind etwas Wunderbares. Gemeinsam mit den Kids die freien Tage verbringen, Wintersportfreuden genießen, die Seele baumeln lassen. Hätte die Sache nur nicht diesen gewaltigen Haken: Schulferien haben viele.

Nach Stop-and-go-Anreise und endlos anmutender Parkplatzsuche melden sich 350 Skischüler auf einen Schlag an. Mitten im dichten Schneetreiben können die Namensschilder gar nicht so schnell an die Jacke geheftet werden, wie sie der Sturm wieder ins Nirwana wegbläst. Zur besseren Orientierung trägt die Hälfte aller Kinder jene blauen Anoraks, die jüngst ein Discounter feil bot. Und zum Leidwesen aller kleidet sich dazu noch die Armada ihrer potenzieller Lehrer im selben Farbton.

Sind im wilden Durcheinander endlich die ersten Bögen geschwungen, ist an eine geruhsame Rast nicht zu denken. In Ermangelung von Sitzmöglichkeiten in den schmucklosen und dennoch hoffnungslos überfüllten SB-Restaurants (wieso nur sind die Toiletten hier i m m e r im Untergeschoss!?) bilden sich wahre Menschentrauben. Kind und Kegel bahnen sich einen Weg über am Boden liegende Pommes, Skimützen und -helme, die wie Bälle über die triefnassen Fliesen schlittern. Doch am Ende aller Wintersporttage tragen die Kinder jene große Zufriedenheit in sich, die die Eltern noch vermissen. Dafür schleppen sie Skier, Stöcke und Helme kilometerweit bis zum Auto. Voller Vorfreude auf die Nacht in der ausgebuchten Pension.

Wohl wahr: Schulferien sind etwas Wunderbares. Im Sommer dann wieder. Allerallerfrühestens.

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