Landrat fordert Wulffs Rücktritt

Lokale CDU-Kritik am Bundespräsidenten

Zollernalbkreis, 05.01.2012 von Daniel Seeburger

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Seit gestern Abend ist es klar: Christian Wulff will im Amt bleiben. Zollernalb-Landrat und Wulff-Parteifreund Günther-Martin Pauli (CDU) fordert den Rücktritt des Bundespräsidenten.

Bundespräsident Christian Wulff gerät nach der Kreditaffäre und dem Versuch, Einfluss zu nehmen auf die Berichterstattung von „Bild“ und „Welt“, immer mehr unter Druck. Jetzt fordert auch der CDU-Landtagsabgeordnete und Landrat des Zollernalbkreises, Günther-Martin Pauli (oben) den Rücktritt des Staatsoberhaupts. „An das Amt des Bundespräsidenten, an unser Staatsoberhaupt, werden zu Recht hohe Maßstäbe gesetzt. Klar ist, dass Christian Wulff durch sein Verhalten diesem nicht mehr gerecht wird. Daher ist ein Rücktritt unvermeidbar“, so Pauli gegenüber unserer Zeitung. „Sein eklatantes Fehlverhalten als Ministerpräsident bei der Information gegenüber dem niedersächsischen Landtag bezüglich fragwürdigen Geschäftsbeziehungen wären bereits Anlass genug gewesen. Die Einflussnahme auf die freie Berichterstattung ist unakzeptabel“, führt der CDU-Politiker weiter aus.

Deutliche Kritik, wenngleich nicht Wulffs Rücktritt, übt auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß (oben) an seinem Parteifreund Christian Wulff: „Es gibt einfach Dinge, die tut man nicht. Auch wenn sie rechtlich in Ordnung sind, bleibt manches moralisch fragwürdig. Gerade ein Politiker muss auch Vorbild sein. Deshalb ist die ganze Sache für mich mehr als ärgerlich und es braucht viel Arbeit um verlorengegangenes Vertrauen wieder aufzubauen“, so der Abgeordnete weiter.

Wie im Kindergarten

Das ist mal wieder typisch. Hier trifft der Spruch "Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen" meiner Meinung mal wieder voll und ganz zu. Der gute Herr Pauli sollte sich eher mal um seine eigenen Parteigenossen kümmern. Ich denke im Gegensatz zu dem BP ist Herr Pauli ein kleines Licht, der sich um seinen eigenen Angelegenheiten kümmern sollte. Zu den fragwürdigen Vorgängen im Rathaus von Ratshausen die dem jetzt Bürgermeister von Winterlingen zu zuschreiben wurde bisher nicht viel gesagt. Auch ist in diesem Fall nie wieder etwas in der Presse zu lesen gewesen. Wie ist hier der Stand der Dinge? Ein Update wäre mal wieder interessant. Oder wurden hier etwa auch Absprachen mit der Presse getroffen? Es muss doch irgendwas bei den bisherigen Ermittlungen rausgekommen sein.
Wer soll bei solchen Politikern noch vertrauen haben frage ich mich! Die machen sich doch alle nur die eigenen Taschen voll. Und die „kleinen“ schauen natürlich bei „großen“ ab! Ist wie im Kindergarten.
Marc Vollmer am 09.01.2012 16:35:52

Spieglein an der wand, wer ist der reinste im ganzen Land?

Ja, es ist heute kein Problem reiner zu sein als der BP!!! Ich habe das Interview der 2 - sehr aroganten - Journalsityen im TV/DW gesehen. Die DW hat die Namen der beiden nicht genannt. Aber ihre Aroganz hat man ihnen angesehen.
Ich habe mal in Blingen, damals noch Kreis Balingen, ein Gespraech mit dem Unterbezirks-Sekretaer der SPD, aus Schwenningen gefuehrt. Wir waren mehrere Leute da. Ein Teilnehmer sagte, dass ein Buergermeister einer Stadt des Kreises den gleichen Archidekten fuer sein eigenes Haus beauftragte, der einen groessernen Bau im Kreis erstellte. Da sagte der SPD-Untertbezirkssekretaer, dass er das gleiche gemacht haette. Ein SPD Politiker kann sich das leisten, ein CDU Mann wird durch die Wurstmachine gedret. Das ganze Geheul gegen den BP ist Heuchelei!!! Es gibt immer mehr CDU-Politiker, die nichts begreifen.
Josef Bujtor am 05.01.2012 11:47:01

Nicht die Tat, sondern der Umgang mit ihr

Jeder Mensch macht Fehler, dafür ist der Mensch da. Nur da wo nichts getan wird, können keine Fehler passieren.
Nun war Herr Wulff in seiner Zeit als MP selbstverständlich schon ein gefragter Mann und hat sich hier und da ein paar "Häppchen" gegönnt, möglicherweise in keiner bösen Absicht. Ergänzend noch ein nettes Angebot über ein Privatdarlehen, an Statt den Weg direkt über die Bank zu suchen, ja warum nicht, möglicherweise war es notwendig.

Wie auch immer. Dies wäre verzeihlich.

Aber: Volk und Umfeld für absolut dumm verkaufen zu wollen, mit einer Salamataktik nach KTzG-Manier die Wahrheit nach Aufdeckungsgrad zu servieren ist nicht tolerierbar.

Herr Wulff demonstriert hier, wie wenig Respekt er vor seinen Mitmenschen besitzt, in dem er sie laufend plump anlügt und dann noch versucht die Presse zu manipulieren.

Dieses Verhalten ist längst nicht mehr staatsmännisch sondern nur noch asozial. Jeder andere würde früher oder später für ein solches Verhalten von seinen Mitmenschen geächtet werden. Soweit darf die Lobby eine BP nicht reichen.

Ein Vorbild ist dieser Mensch, was er sein sollte, noch nie gewesen. Das einzige, was er bisher geleistet hat, war mit Abwesenheit und Stillschweigen zu glänzen. Keine Stellungnahmen zu Katastrophen, einschneidenden Ereignissen oder andere Geschehnissen, zu welchen man gerne ein Statement unseres "Präsi´s" erwartet hätte.

Stattdessen punktet er mit Negativschlagzeilen. Für mich ist dieses Verhalten unverzeihlich und asozial darüberhinaus, jetzt noch am Amt festhalten zu wollen. Pfui Teufel, wenn das unsere Politiklandschaft präsentiert.

Es sind schon kompetentere Leute, wegen weit weniger zurückgetreten (z.B. L.Späth).

M.E. gehört der Wulff unehrenhaft entlassen, Streichung des lebenslangen Ehrensoldes (was ein Paradoxum) und Hartz4, sofern der "feine" Herr nicht innert 12 Monaten eine Job an der Tanke oder sonst wo hat.

Man steht zu seinen Fehlern !!!

Kopfschüttelnde Grüße, Tim
Tim Mahler am 05.01.2012 10:57:10
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