„Wir kämpfen um jedes Kind“

ZAK-Weihnachtsaktion: Rupert Handgretinger bringt Hoffnung, wo es keine Hoffnung mehr gibt

Zollernalbkreis, 31.12.2011 von Daniel Seeburger

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Professor Rupert Handgretinger ist die Hoffnung für Kinder, für die es keine Hoffnung mehr gibt. Unsere Leser unterstützen seine Arbeit, unter anderem für Erna (4), mit bisher 166 454,73 Euro.

Der Apostel Judas Thaddäus ist Patron für verzweifelte Situationen und hoffnungslose Fälle. Das St. Jude Children's Research Hospital in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee wurde nach ihm benannt. Professor Dr. Rupert Handgretinger (56) war dort fünf Jahre lang Leiter der Abteilung Stammzellentransplantation, bevor er im Oktober 2005 Ärztlicher Direktor der Abteilung „Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie/Onkologie“ in der Kinderklinik der Uni Tübingen wurde. Dort befasst er sich jetzt mit hoffnungslosen Fällen, hat den Kampf aufgenommen gegen Leukämie bei Kindern. Er ist auf einem guten Weg.

Rund 600 Kinder erkranken jährlich in Deutschland an Blutkrebs. „Die meisten Kinder werden geheilt“, sagt Rupert Handgretinger. Mit Chemotherapie und Knochenmarktransplantationen. Bei etwa 80 Kindern kommt es zu Rückfällen. Für sie sinken die Überlebenschancen rapide. Wenn die Therapien keinen Erfolg haben, die Kinder „austherapiert“ sind, müssen sie nach Hause geschickt werden – zum Sterben.

Rupert Handgretinger hat in Tübingen neuartige Antikörper entwickelt. Sie aktivieren eigene Immunkräfte, die die Krebszellen direkt angreifen. In Einzelheilversuchen waren diese Krebskiller äußerst erfolgreich. Bis heute blieben die behandelten Kinder von Rückfällen verschont.

Nach einer Chemotherapie bekommt die kleine Erna im Frühjahr 2011 einen Rückfall Nachdem sich unter den rund 18 Millionen registrierten Knochenmarkspendern niemand mit den passenden Merkmalen findet, bleiben nur Vater oder Mutter als Spender. Die von Handgretinger entwickelte „haploidentische Stammzellentransplantation“ wird angewendet. Hierbei ist es möglich, dass Vater oder Mutter, die jeweils nur die Hälfte der Erbinformationen ihres Kindes haben, Stammzellen spenden können. Die unverträglichen Zellen werden in einem komplizierten Verfahren herausgefiltert. Für diese bahnbrechende Methode hat der Tübinger Mediziner im Frühjahr den Landesforschungspreis erhalten.

Doch Erna bekommt Ende Oktober einen weiteren Rückfall. Nun gilt sie als austherapiert. Und die erste Charge Antikörper ist aufgebraucht. Ihre Eltern Andrea und Axel A. Brunner sammeln Geld für die Herstellung neuer Antikörper – die letzte Chance für ihr todkrankes Kind. 100 000 Euro verschlingen Laborequipment und Produktion – Kosten die kein Pharmaunternehmen übernimmt. Die Resonanz auf den Hilferuf der Eltern ist nicht nur beim ZOLLERN-ALB-KURIER groß. Bis gestern spendeten unsere Leser 166 454,73 Euro. Landesweit kamen bisher über 360 000 Euro zusammen. Damit ist ein Grundstock für die Finanzierung einer klinischen Studie gelegt, in der die Wirksamkeit einer Antikörper-Therapie belegt werden kann, die dann auch von den Krankenkassen übernommen werden darf. Für diese zwei bis drei Jahre andauernde Studie müssen weiter Antikörper hergestellt werden, mit denen 30 bis 40 Kinder behandelt werden können.

Rund eine Million Euro wird diese Studie kosten. Trotz der unerwarteten Anschubfinanzierung fehlt noch viel Geld. Deshalb hofft Rupert Handgretinger auch auf Hilfsorganisationen wie die José-Carreras-Stiftung oder Initiativen wie „Ein Herz für Kinder“.

„Die Produktion der neuen Antikörper ist bereits angelaufen“, erklärt Handgretinger. Erna soll schon bald damit behandelt werden. Der Tübinger Professor geht davon aus, dass sich aus der Studie eine feste Therapieform entwickelt. Vielleicht, so seine Hoffnung, kann man in Zukunft leukämiekranken Kindern sogar die Chemotherapie ersparen oder Antikörper parallel zur Chemotherapie geben.

„Wir kämpfen um jedes Kind“, sagt Rupert Handgretinger. Er will den Kampf gewinnen. Er hofft, dass Kinder schon bald nicht mehr an Leukämie sterben müssen.

Eines haben die bisherigen Ergebnisse seiner Arbeit schon gezeigt: Judas Thaddäus wird in Zukunft stark entlastet werden – dank Rupert Handgretinger.

Die Spender vom 29. Dezember

Folgende Leserinnen und Leser haben am Mittwoch, 29. Dezember, gespendet:

Gertraud Amann, Schömberg, 20 Euro; Werner Ringwald, 20 Euro; Renate Eckenweber, 20 Euro; Elfriede Schall, 20 Euro; Bernd Maute, 25 Euro; Simon Moser, 25 Euro; Armin und Myriam Schlosser, 25 Euro; Klaus und Renate Richert, 25 Euro; Rainer Heckele, 30 Euro; Andreas Haga, 30 Euro; Ignaz und Doris Gauggel, 30 Euro; Dirk und Andrea Lehnert, Albstadt, 30 Euro; Jochen und Elvira Müller, Bitz, 30 Euro; Karl-Heinz und Philomena Klass, 50 Euro; Carola Kellner, Schömberg, 50 Euro; Kurt Sauter, Balingen, 50 Euro; Manfred Mutschler, 50 Euro; Albrecht und Tilman, 25 Euro; Gerd und Monika Bertrand, 50 Euro; Ulrich Keinath, 30 Euro; Claudia Binder, 50 Euro; Helmut und Ursula Eppler, 50 Euro; Walter Mohl, Balingen, 100 Euro; Brigitte Kirstein, 100 Euro; Dieter Hotz, Schömberg, 100 Euro; Joachim und Birgit Schnell, Obernheim, 100 Euro; Dieter Schneider, 150 Euro; Nets GmbH, Geislingen, 150 Euro; GbR Agrarerzeugnisse Roland und Burkhard Stengel, 200 Euro; Michael Raible, Balingen 100 Euro; Thomas und Birgit Mauser, Geislingen, 50 Euro; Tatjana Vollmer, 25 Euro; Carina Sessler, 10 Euro; Marianne Banholzer, 20 Euro; Fabiola Stauss, 30 Euro; Johanna Schneider, 30 Euro; Tobias Maihöfer, 50 Euro und Ulrich Keinath, 30 Euro.

Überweisungen auf unser Sonderkonto sind noch bis zum 31. Januar 2012 möglich.


Sonderkonto „ZAK-Weihnachtsaktion“

Wir haben für die Leser das Sonderkonto 55 777 007 bei der Volksbank Balingen, BLZ 653 912 10 eingerichtet. Empfänger ist die Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder in Tübingen. Bei „Verwendungszweck“ bitte „ZAK-Weihnachtsaktion“ einfügen.

Veröffentlichung der Spender. Wie jedes Jahr werden die Namen aller Spender im ZOLLERN-ALB-KURIER veröffentlicht. Wer nicht genannt werden will, kann dies unter „Verwendungszweck“ vermerken .

Spendenbescheinigung. Ab 25 Euro erhalten Sie automatisch eine Spendenbescheinigung. Sie müssen im Textfeld Ihrer Überweisung einfach Ihre komplette Adresse mit angeben.

Dank. Wir bedanken uns im Namen von Erna und allen anderen betroffenen Kindern bei den ZAK-Lesern für die Unterstützung unserer Aktion .

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