Von der „Insel“ in die Fluten
Bernd Schuler steht seit Jahren dem Wildwassersportverein Balingen vor
Balingen, 30.12.2011 von Klaus Irion
Ein eigenes kleines Vereinshaus am Wasser, ein regelmäßiger Treffpunkt für Kajakfahrer: Ein Traum von Bernd Schuler, der sich in Balingen wohl nie realisieren lässt. „Wir haben in der Vergangenheit schon etliche Szenarien durchgespielt und uns schließlich damit abgefunden, dass es nicht sein soll.“ Die Eyach sei nun einmal kaum zu befahren, habe viel zu selten ausreichend Wasser.
„Wir“ meint neben Schuler selbst, dessen Bruder Wolfgang sowie Hermann Junesch. Mit diesen drei Balingern und einigen inzwischen nicht mehr aktiven Kajakfahrern hat 1990 alles angefangen. Um seinerzeit die Erlaubnis der Stadt Balingen zu erhalten, in den Wintermonaten im Längenfeld-Lehrschwimmbecken trainieren zu dürfen, gründeten sie den Wildwassersportverein Balingen. Bernd Schuler lebt mit seiner Familie inzwischen in Buchenbach bei Freiburg. Doch seiner Heimatstadt ist er als Vereinsvorsitzender nach wie vor eng verbunden. Und häufiger auch in Balingen anzutreffen. „Ein- bis zweimal im Monat sind wir nach wie vor im Längenfeld-Becken“, erzählt der 41-jährige Erlebnispädagoge.
Der Grundstein für sein Hobby, das er im Rahmen seines Berufs inzwischen auch professionell betreibt, wurde in den 1980er-Jahren im Balinger Jugendhaus „Insel“ gelegt. Die damaligen Stadtjugendpfleger Erich Laub und Claus Seyfried „organisierten damals zum ersten Mal eine Kajakfreizeit im Altmühltal und auf der Regen im Bayerischen Wald“, erinnert sich Schuler. Von da an ließ ihn das Kajakfahren nicht mehr los. Die Jugendpfleger sind inzwischen Leiter des städtischen Kinder- und Jugendbüros beziehungsweise der städtischen IAV-Stelle, die Kajakfreizeiten aber sind geblieben. Und Bernd Schuler ist nun selbst als Mitorganisator alljährlich mittendrin. „Die Stadt Balingen schreibt die Freizeiten aus, der Wildwassersportverein organisiert sie.“ Eine nicht zuletzt aus Haftungsgründen gefundene Kooperation, die sich bewährt habe. Zu Schulers Bedauern sind die Anmeldungen stets so groß, dass wir immer wieder einigen Kindern absagen müssen. Andere wiederum sind inzwischen älter als 14 Jahre und deshalb nicht mehr teilnahmeberechtigt. „Deren Stimmen werden aber zunehmend lauter, auch einmal eine Kajakfreizeit für Jugendliche anzubieten“, erzählt Schuler. Die Pläne dafür hat er bereits im Kopf, „vielleicht klappt es ja bereits in diesem Sommer“.
