Keppler im Kreis der Favoriten

Wintersport: Pascal Bodmer startet ohne Druck in die Qualifikation

Bormio/Oberstdorf, 29.12.2011 von Reinhard Linder

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Stephan Keppler vom WSV Ebingen zählt beim heutigen Abfahrtslauf in Bormio zum Kreis der Favoriten. Beim ersten Training auf der Stelvio erzielte er die Bestzeit, gestern wurde er Sechster.

„Unten habe ich abgekürzt“, räumte der Ski-Rennläufer aus Albstadt nach seiner Rekordfahrt ein. Bei einer scharfen Linkskurve habe er einen Schlag auf den Ski bekommen und deshalb das nächste Tor ausgelassen, um keinen Sturz zu riskieren.

Das Dienstagstraining begann mit gehöriger Verspätung. Bei der Besichtigung hatte sich der San-Pietro-Sprung als zu gefährlich erwiesen und musste abgetragen werden. Trotzdem war die 3270 Meter lange, im oberen Teil vereiste Piste nur sehr schwer zu meistern. „Alle haben Probleme gehabt, auch ich“, meinte Keppler, der nur bedingt zufrieden war: „Ich bin ohne großes Risiko gefahren und hatte nicht den Eindruck, dass ich schnell unterwegs war. Ich habe viele kleine Fehler gemacht, die es auf Video zu analysieren gilt.“

Denn auch gestern lieferte er mit einer dosierten Fahrt eine hervorragende Leistung ab und wurde Sechster. Vor allem im technisch anspruchsvollen Mittelteil war er wieder ganz vorne mit dabei. „Die beiden Läufe haben mir Selbstvertrauen für das Rennen gegeben“, gab er sich optimistisch, an seinen neunten Rang vom Vorjahr anknüpfen zu können: „Mein Ziel ist eine Top-Zehn-Platzierung.“ Übertragen wird der erste europäische Abfahrts-Weltcup dieser Saison ab 11.30 Uhr von der ARD und von Eurosport.

Noch keine Spitzenplatzierungen hat es in diesem Winter für den Meßstetter Skispringer Pascal Bodmer gegeben. Der 20-Jährige rechnet nicht damit, dass ausgerechnet bei der 60. Vierschanzen-Tournee der Knopf aufgehen könnte, die heute mit dem Training und der Qualifikation (ab 16.20 Uhr live in der ARD) in Oberstdorf beginnt, zumal er sich zu allem Überfluss auch noch eine schwere Erkältung zugezogen hat.

Bereits am Dienstag hat sich die deutsche Mannschaft im Allgäu zum Training getroffen, das für den Meßstetter mittelprächtig gelaufen ist: „Für mich war es sehr wichtig noch einmal trainieren zu können, denn in Engelberg war das nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, sagte der Blondschopf. Bei seinem ersten Weltcup-Einsatz in dieser Saison sprang er der Konkurrenz hinterher, und auch beim anschließenden Trainingstag blieb er hinter seinen Erwartungen zurück.

Entsprechend zurückhaltend formuliert er seine Ziele für die Tournee, die er zum vierten Mal bestreitet. Er wolle gerne bis zum Schluss mit dabei sein, jedes Mal die Qualifikation überstehen und möglichst den zweiten Durchgang erreichen. Das Besondere an der Vierschanzen-Tournee ist für Bodmer neben dem riesigen Medienrummel und der fantastischen Stimmung der Wettkampfmodus. Die 50 Qualifizierten treten im Duell Mann gegen Mann an, nur der Sieger kommt weiter. Um nicht einen der Spitzenathleten als Kontrahenten zu erhalten, ist es wichtig, schon bei der Qualifikation möglichst weit vorne zu landen. Doch der Heuberger will die Qualifikation trotzdem locker angehen: „Ich mache mir keinen Druck, denn bis jetzt lief es leistungsmäßig ja nicht so gut.

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