Eurokrise könnte Export schwächen
2011 war gutes Jahr für Außenwirtschaft
Zollernalbkreis, 28.12.2011
In den ersten zehn Monaten des Jahres führte die regionale Wirtschaft Waren im Wert von 4,6 Milliarden Euro aus. Bis Ende 2011 könnte die Marke von rund fünfeinhalb Milliarden Euro erreicht werden, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Reutlingen hochgerechnet. „Wir liegen gut im Rennen. Die prognostizierte Steigerung der Exportumsätze um mehr als zehn Prozent wird sich erfüllen“, schätzt Heiko Müller, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses.
Angesichts der europäischen Staatsschuldenkrise gehen die regionalen Exporteure zurückhaltend ins neue Jahr. „Es zeichnet sich ab, dass das Außenwirtschaftsgeschäft einen Dämpfer bekommt“, sagt Müller. Weil jedoch Boomländer wie Brasilien, Russland, Indien oder China im kommenden Jahr mehr deutsche Waren kaufen werden, rechnet die IHK insgesamt mit einem Plus im Außenhandel von drei bis sechs Prozent. „Die Dynamik lässt im Vergleich zum laufenden Jahr nach. Die Diskussion um den Euro verunsichert viele Firmen“, sagt Heiko Müller. Über 70 Prozent der heimischen Exporte gehen nach wie vor in europäische Staaten. „Die in vielen Ländern auf den Weg gebrachten Sparprogramme werden letztlich die industrielle Nachfrage bremsen und damit auch uns treffen“, sagt der Ausschussvorsitzende.
Das Thema Fachkräfte wird für die heimische Exportindustrie auch im Ausland zunehmend zur Schwierigkeit. In Russland, China, Indien oder der Türkei wird es für die Betriebe in den kommenden Jahren schwieriger werden, gut ausgebildetes Personal zu finden. „In den Industrieländern ist die demografische Entwicklung das Problem, in den Schwellenländern fehlt es an den Bildungskapazitäten für die wachsende junge Bevölkerung“, sagt IHK-Außenwirtschaftsexpertin Petra Brenner.
