Hund, Katze, Maus – und der fragile Leguan
Tailfinger Tierarzt Dr. Paul Szobovich geht in den Ruhestand – „Zeit für die junge Generation“
Albstadt-Tailfingen, 17.12.2011 von Ralph Conzelmann
Der Leguan mit elf Knochenbrüchen, der Hund, der einen Steinklumpen verschluckte, die Schlange, deren Tumor er wegoperierte: Dr. Paul Szobovich wird sich an viele Tiere, der er behandelt hat, noch im Ruhestand gut erinnern. Und bestimmt auch an seine Anfänge als Tierarzt in Siebenbürgen, von wo er 1982 nach Tailfingen kam.
Damals sei mit heute nicht vergleichbar, berichtet der Veterinär. Früher habe ein Tierarzt mit Rindern, Schafen und Pferden gearbeitet, „mittlerweile gibt es fast nur Kleintierpraxen.“ Hauptgrund für Hund, Katze, Maus sei der weitestgehende Wegfall der Landwirtschaft und der mitunter unreflektierte Wunsch nach Haustier(ch)en. Speziell in der Weihnachtszeit, warnt Szobovich, meinten manche Eltern ihre Sprösslinge mit süßen Kaninchen, drolligen Hündchen oder niedlichen Kätzchen beschenken zu müssen – ohne sich der wirklichen Verantwortung ihres Handelns bewusst zu sein.
Daneben gebe es eine rasante Entwicklung in der Tiermedizin, die immer mehr möglich mache. „Ultraschall oder digitales Röntgen bei Katzen – davon wusste man noch vor wenigen Jahren nichts“, erinnert sich Szobovich.
Seit zwei Jahren lässt der Tierdoktor sein Tun auslaufen, stets in der Absicht, „so lange weiterzumachen, bis die Nachfolge geklärt ist“. Jetzt ist es soweit: In Anne Mersiovsky hat der Bald-Pensionär eine praktische Tierärztin gefunden, die den Betrieb ab Januar 2012 in der Tailfinger Goethe?straße unter neuem Namen („Tierarztpraxis im Talgang“) weiterführt. „Es ist Zeit für die junge Generation“, meint Paul Szobovich, der davon überzeugt ist, „dass es hier dynamisch weitergeht.“
Hund, Katze, Maus wird's freuen. Und den Leguan sowieso.
