Hallenrad-Stars fahren in Stuttgart um die Prämie

Zollernalbkreis, 17.12.2011 von Reinhard Linder

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Mit der heutigen Champions Trophy in der Stuttgarter Porsche-Arena beschreiten die Kunstradsportler neue Wege. Erstmals kämpfen die Stars der Hallenradszene um eine lukrative Prämie.

Fußballern mag das Preisgeld von 2000 Euro pro Disziplin ein mitleidiges Lächeln entlocken. Für die Artisten auf Lenker und Sattel ist es ein Quantensprung in ihrem Metier „und eine riesige Chance, unsere Sportart auch außerhalb einer Weltmeisterschaft einem großen Publikum zu präsentieren“, sagt Bundestrainer Dieter Maute. Schon seit geraumer Zeit hat sich der fünffache Weltmeister aus Tailfingen mit ein paar anderen ehemaligen Champions Gedanken darüber gemacht, wie sich das Kunstradfahren aus seiner Nische herausholen lassen könnte. Da traf es sich, dass der Betreiber der Stuttgarter Porsche-Arena, in der im Vorjahr 18 000 begeisterte Zuschauer die WM verfolgt hatten, Gefallen an dieser Sportart gefunden hatte und zum Wiederholungstäter werden wollte: Die Idee zur Champions Trophy war geboren.

Eingeladen wurden in den WM-Disziplinen Einer der Frauen und Männer, Zweier der Frauen und der offenen Klasse, Vierer weiblich und Radball jeweils die Weltmeister von 2010 und 2011 sowie die nationalen Meister aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik. Mit Ausnahme einiger weniger verletzter Athleten haben alle zugesagt, so dass tatsächlich die vier Besten einer jeden Disziplin in der Landeshauptstadt gegeneinander antreten und sich spannende Kämpfe um das Preisgeld liefern werden.

Mit dabei ist natürlich Sandra Beck vom RSV Trillfingen, die bei der WM Anfang November im japanischen Kagoshima zum vierten Mal Silber gewonnen hat. „Es ist eine großartige Sache, dass wir uns noch einmal unserem Publikum präsentieren können, das uns ja in Japan nicht gesehen hat“, freut sich die künftige Referendarin am Haigerlocher Gymnasium auf den Wettbewerb, der heute Nachmittag um 15.30 Uhr beginnt. Allerdings wäre ihr ein etwas früherer Zeitpunkt noch gelegener gekommen, „denn es ist schwierig, über eine so lange Zeit in Topform zu bleiben“. Sie werde jedenfalls versuchen, eine möglichst fehlerfreie Kür zu fahren.

Ihre Konkurrentinnen sind Corinna Hein vom SKV Mörfelden, die ihr in Kagoshima um eine Winzigkeit den Titel weggeschnappt hat, dann die WM-Dritte Nikola Lebankova aus Tschechien und die Schweizer Meisterin Angela Nägele. Verletzt passen muss die Österreicherin Denise Boller.

Bei den Männern dürfte sich der Zweikampf zwischen David Schnabel und Florian Blab fortsetzen, bei dem den anderen Startern, darunter Hang Cheong Wong aus Macao, nur die Statistenrolle zufällt. Und auch in den anderen Disziplinen sind die Deutschen führend mit Ausnahme des Radballs. Zu Ende sein wird der Wettkampf gegen 21.30 Uhr, im Anschluss steigt eine Mega-Party im Innenraum der Porsche-Arena mit Live-Musik.

Die Champions Trophy beginnt bereits um 10 Uhr mit einem Rahmenwettbewerb der besten europäischen Schüler. Bei den Jungs ist die Talentschmiede des RSV Tailfingen mit Lukas Binder, Patrick Rapp, Niklas Schweiger und Max Maute vertreten, die alle den Schwierigkeitsgrad ihrer Übungen im Vergleich zur vergangenen Saison erhöht haben. Da die Schwestern Amelie und Kathleen Lögler aus gesundheitlichen Gründen ihre Karriere beendet haben und Annalena Wehrmann erkrankt ist, hält Anna Boss bei den Mädchen als Einzige die RSV-Fahne hoch. Allzu viel darf nicht von ihr erwartet werden, ist sie nach einem Bruch des Zehs doch erst wieder ins Training eingestiegen.

Aber Maute legt ohnehin die Messlatte für seine Schützlinge nicht allzu hoch: „Wir fahren diesen Wettkampf aus dem Training heraus und haben uns nicht gezielt vorbereitet.“ Im Vordergrund stehe der Spaß, in so einer Halle vor einer großen Kulisse aufzutreten und sich am Nachmittag die Weltklasse-Athleten anzuschauen.

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