Prof. Stahl: „Wir sind überwältigt“

ZAK-Weihnachtsaktion: Leser spenden bisher über 90 000 Euro – Klinische Studie kann starten

Zollernalbkreis, 10.12.2011 von Daniel Seeburger

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Der Spendenstand unserer ZAK-Weihnachtsaktion liegt bei unglaublichen 93 265,71 Euro. Neben der kleinen Erna (4) profitieren auch andere schwer kranke Kinder von der Hilfsbereitschaft unserer Leser.

Wenn den Eltern von leukämiekranken Kindern im Krankenhaus mitgeteilt wird, ihr Kind sei „austherapiert“, dann kommt das einem Todesurteil gleich: die medizinische Hilfe ist erschöpft. In Deutschland gibt es nach Angaben von Professor Hans-Werner Stahl, dem Leiter der Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder in Tübingen, rund 30 leukämiekranke Kinder, bei denen die Ärzte mit ihrem Latein am Ende sind. Durch die Antikörper-Therapie, die Professor Rupert Handgretinger von der Tübinger Kinderklinik entwickelt hat, könnte „austherapierten“ Kindern zukünftig geholfen werden. Damit die Krankenkassen diese überaus teure Behandlung übernehmen können, muss eine klinische Studie den Nachweis über die Wirksamkeit der bisher nur in Tübingen angewandten neuen Heilmethode erbringen. Die Studie ist kostspielig. Viel teurer, als die 100 000 Euro, die zur Herstellung einer Charge von Antikörpern benötigt wird, die Erna und bis zu zehn weiteren Kindern helfen könnte. Und kein Pharmakonzern zeigt Interesse.

„Wir sind total überwältigt von ihren Lesern“, sagt Professor Stahl, „da werden Träume wahr“. Professor Handgretinger sei sehr betroffen angesichts dieser Welle der Hilfsbereitschaft. An der Kinderklinik in Tübingen, die gleichzeitig die größte Kindertransplantationsstation in Deutschland sei, könne jetzt mit der Studie begonnen werden, so Stahl.

„Sagen Sie bitte ganz liebe Grüße an ihre Leser. Wir, Erna und Familie, sowie die anderen Kindern freuen uns unglaublich über diese Teilnahme, die wir uns so nicht hätten träumen lassen“. Mit diesen Worten bedankte sich am Donnerstag Ernas Vater Axel A. Brunner bei unseren Lesern. Wegen der Chemotherapie, die bis vor kurzem angedauert hat, hat Erna kein Immunsystem mehr. Am Donnerstag wurden ihr Stammzellen aus dem Knochenmark ihres Vaters transplantiert. „Durch diesen 'Boost' soll sie sich schneller erholen“, erklärt Axel A. Brunner. „Im Januar ist eine erneute Transplantation, dann mit den Stammzellen der Mutter geplant, und gleich dazu soll es die neuen Antikörper geben“, sagt Ernas Papa. Ernas größter Wunsch sei es, Weihnachten zu Hause zu feiern. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, sei aber „sehr, sehr fraglich“, so Axel A. Brunner.

Unsere Leser nehmen großen Anteil am Schicksal von Erna. Zum Beispiel Max (17) und Sina (14) aus Binsdorf. Als sie die Artikel im ZOLLERN-ALB-KURIER gelesen hatten, trugen sie ihrer Patentante auf, das Geld für das Nikolausgeschenk zu spenden. In Firmen stellen Mitarbeiter Spendenkässle auf, in Meßstetten will eine Schulklasse den Erlös ihres Weihnachtsbasars spenden. Am Mittwoch lag ein Brief mit 50 Euro auf meinem Schreibtisch in der Redaktion Auf einer Weihnachtskarte schrieb der Unbekannte: „Auch ich möchte etwas für Erna spenden. Aber es soll ganz anonym sein. Deshalb bitte ich sie, den Betrag weiterzugeben“. Selten hat mich ein Besuch bei der Bank mehr gefreut. Vergelt's Gott auch allen anonymen Spendern!

Info

Die Spenderliste finden sie auf der Sonderseite „ZAK-Spendenaktion“.


Sonderkonto „ZAK-Weihnachtsaktion“

Wir haben für die Leser das Sonderkonto 55 777 007 bei der Volksbank Balingen, BLZ 653 912 10 eingerichtet. Empfänger ist die Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder in Tübingen. Bei „Verwendungszweck“ bitte „ZAK-Weihnachtsaktion“ einfügen.

Veröffentlichung der Spender. Wie jedes Jahr werden die Namen aller Spender im ZOLLERN-ALB-KURIER veröffentlicht. Wer nicht genannt werden will, kann dies unter „Verwendungszweck“ vermerken .

Spendenbescheinigung. Ab 25 Euro erhalten Sie automatisch eine Spendenbescheinigung. Sie müssen im Textfeld Ihrer Überweisung einfach Ihre komplette Adresse mit angeben.

Dank. Wird bedanken uns im Namen von Erna und allen anderen betroffenen Kindern bei den ZAK-Lesern für die Unterstützung unserer Aktion .

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