„Alle haben sich gut verkauft“
Kindergartenvertrag zwischen Gemeinde und Kirche erhält Segen des Ortschaftsrates
Winterlingen-Harthausen, 01.12.2011 von Bianka Roith
Der Ortschaftsrat Harthausen hat sein Einverständnis gegeben. Den noch aus dem Jahr 1900 stammen Vertrag hat die Gemeinde auf 31. Dezember 2011 vorsorglich gekündigt. Im gleichen Zug wurde die Verwaltung aber auch beauftragt, mit der katholischen Kirchengemeinde neu zu verhandeln.
Dies ist mittlerweile geschehen. „Ich denke, alle haben sich gut verkauft“, so Bürgermeister Michael Maier im Ortschaftsrat. Die Verhandlungen seien sehr konstruktiv, hart aber fair gewesen. Dies bestätigte auch Hauptamtsleiter Ludwig Maag, der sich mit Kindergartengeschäftsführerin Anna Zwick und dem Kirchengemeinderatsvorsitzenden Karl Locher zusammengesetzt hatte. Nach schwierigen und zum Teil auch kontroversen Diskussionen sei man sich einig geworden.
Keinerlei Gesprächsbedarf gab es bei der Frage, ob die dritte Gruppe im Kindergarten Harthausen als Halbtags- oder volles Angebot geführt wird. Weil die Kirchengemeinde länger auf Vollzeit beharrt hatte, wurde auch eine Betriebsübernahme durch die bürgerliche Gemeinde geprüft, dann aber wieder verworfen.
„Zähneknirschend“, wie es Ludwig Maag ausdrückte, stimmte die Verwaltung einer um zehn Prozent höheren Abmangelbeteiligung bei den Investitionsausgaben zu. Trotz Reduzierung von drei auf 2,5 Gruppen wird sich der Zuschuss der Kommune voraussichtlich von 185 500 auf 195 750 Euro erhöhen. Davon entfallen allerdings lediglich 5590 Euro auf die Erhöhung der Abmangelbeteiligung von 40 auf 50 Prozent, welche die Gemeinde nach Abzug des gesetzlichen Mindestzuschusses von 63 Prozent, der Elternbeiträge und eventuell weiterer Betriebseinnahmen übernimmt.
Bestandteil des Vertrags ist auch, dass das Kuratorium der Kirchengemeinde abgeschafft wird. Das Gremium habe sich ein Jahr lang nicht mehr getroffen, so Harthausens Ortsvorsteher Augustin Pfaff. Daher waren sich bei den Vertragsverhandlungen alle einig, dass das Kuratorium nicht mehr gebraucht werde.
Dies nahmen die Ortschaftsräte nicht ohne Diskussion hin. „Es war ein gutes Gremium. Man kann nicht sagen, es hatte keinen Wert, es war eine fruchtbare Arbeit“, stellte Emil Oswald als ehemaliger Vorsitzender klar.
