Zwei wichtige Zähler

Handball-Bundesliga: HBW fährt gestärkt zur Eintracht

Balingen, 30.11.2011 von Marcus Arndt

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Der Balinger Handball-Bundes-ligist hat sich mit seinem vierten Saisonsieg etwas Luft im Abstiegskampf verschafft – dabei waren die Voraussetzungen gegen den TuS N-Lübbecke denkbar schlecht.

Es ist wie so oft im Leben: Der Blickwinkel ist entscheidend. Während TuS-Trainer Markus Baur die Schwaben fast schon als unabsteigbar kategorisiert, drückt HBW-Geschäftsführer Bernd Karrer kräftig auf die Euphoriebremse: „Ich hätte gerne seine Gelassenheit.“ Zumindest verschaffte sich das Team von Trainer Dr. Rolf Brack mit dem vierten Saisonsieg etwas Luft im Abstiegskampf. Drei Punkte trennen die Balinger von Rang 16, welchen weiterhin der Bergische HC einnimmt – sieben Zähler vor Schlusslicht Eintracht Hildesheim, das gegen den HBW am kommenden Sonntag (17.30 Uhr, Sparkassenarena Hildesheim) be-reits ums nackte Überleben kämpft. Die Niedersachsen haben nicht nur sportliche, sondern auch personelle Sorgen: Norman Flödl (Innenbandriss) fällt gegen Ba-lingen-Weilstetten definitiv aus, der Einsatz von Nicolas Ivakno (Fußverletzung) und Michael Qvist (Schulterbeschwerden) ist fraglich. „Wahrscheinlich nichts Ernstes“, gibt Eintracht-Teamarzt Dr. Jens Becker Teilentwarnung.

Die würde HBW-Coach Brack auch nur allzu gerne verkünden, doch der Sportwissenschaftler muss in den nächsten Wochen auf Keeper Martin Ziemer (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Abwehrspezialist Daniel Sauer (Wirbelsäulenverletzung) verzichten. „Diese Ausfälle treffen uns natürlich hart“, betont der 57-Jährige, welcher natürlich um die Brisanz der Begegnung weiß: „Ein klassisches Vier-Punkte-Spiel.“

Die bessere Ausgangssituation hat ohne Zweifel der Aufsteiger von 2006: Der HBW kann, muss aber nicht gewinnen – die Eintracht hin-gegen braucht zwingend Zähler auf der Habenseite, sonst sieht es ganz düster für die Mudrow-Truppe aus. 29:39 unterlagen die Niedersachsen zuletzt in Mannheim, während den Balingern ein nicht einkalkulierter 25:24-Erfolg über das zehntplatzierte N-Lübbecke gelang. „Wir können mit unserer Leistung nicht zufrieden sein“, räumte TuS-Kommandogeber Baur unumwunden ein, während sein Gegenüber Brack die „Energieleistung“ und die „sensationelle Konterquote“ als entscheidende Faktoren ausmachte. Dabei wussten die Ostwestfalen um die Qualitäten der Schwaben, fanden jedoch keine Mittel gegen das HBW-Tempospiel sowie die agilen Felix König und Benjamin Herth im Balinger Rückraum. „Die haben meine Spieler wohl nicht ernst genommen“, haderte Baur, „doch in der Bundesliga ist jeder in der Lage, aus neun, zehn Metern ein Tor zu machen.“

In der Defensive wackelte der ehemalige Europapokalsieger aus dem Wiehengebirge allerdings nur selten. „Die Abwehrleistung war in Ordnung und 25 Gegentore im Rahmen“, musste dann auch der Weltmeister von 2007 eingestehen. Ganz und gar nicht war er jedoch mit der Offensivabteilung zu-frieden: „Vorne war es einfach zu wenig, was wir geboten haben. In der Offensive haben wir heute unser Potenzial nicht abgerufen. Erst zwischen der 46. und 57. Minute haben wir anständige Angriffe vor-getragen.“ Die führten nach einem 17:21-Rückstand (47. Minute) zum Ausgleich (22:22/ 53.). „Es spricht für uns, dass wir uns noch einmal zurückgekämpft haben“, meinte Baur, „alles in allem haben wir aber nicht gut gespielt, wobei Balingen uns mit einer Klasse- leistung das Leben auch sehr schwer gemacht hat. Wir waren zu-meist einfach nicht energisch genug und hatten im Rückraum Probleme. So haben wir den Gegner natürlich aufgebaut.“ Der nutzte seine Chance – und kann nun beim Tabellenletzten nachlegen. Dann könnten sich auch die Schwaben etwas entspannen und das Gros von Trainer Brack geforderten Pluspunkte bis Jahresende (Brack: „Wir brauchen in diesem Jahr noch vier bis sechs Zähler“) wäre bereits eingetütet.

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