Landkreis muss tief Luft holen
Vorsorge für die Zukunft: Nach vier Jahren Schonfrist müssen Gemeinden mehr bezahlen
Zollernalbkreis, 25.10.2011 von Gudrun Stoll
Die Gemeinden sind die großen Geldgeber des Landkreises. Über die Kreisumlage. Für das Jahr 2011 haben die 25 Kommunen rund 42,7 Millionen Euro ans Landratsamt überwiesen. Bei einem Umlagesatz von 26,5 Prozent. Der zweitgünstigste in ganz Baden-Württemberg. Und dies zum vierten Mal in Folge.
Dieser Hebesatz lasse sich nicht halten, verdeutlichte Landrat Günther-Martin Pauli gestern Abend den Kreisräten und kündigte eine Erhöhung um fünf Prozentpunkte an.
Vor dem Hintergrund, dass der Neubau des Zollernalbklinikums und die Verlustabdeckung für die Krankenhäuser Mehrkosten in Höhe von 14 Millionen Euro verursachen. Im Wissen, dass der Landkreis weniger Schlüsselzuweisungen erhält, die OEW ihre Dividende kürzt, die Sanierung von Straßen und Brücken keinen Aufschub duldet und die Sozialausgaben bei 63,2 Millionen Euro liegen werden.
Die Bevölkerung im Zollernalbkreis ist in den vergangenen zehn Jahren um 4800 Einwohner geschrumpft. Auch vor diesem Hintergrund erklärte Pauli die bessere Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und deren Zugang zu Bildung zur Chefsache. Sie werden benötigt als aktiver Teil der Gesellschaft.
Ein Punkt sind 1,8 Millionen
Die Rathauschefs der Städte und Gemeinden werden nicht erfreut sein, dass sie im kommenden Jahr fünf Prozentpunkt mehr Kreisumlage bezahlen sollen. Ein Prozentpunkt sind immerhin 1,8 Millionen Euro. Sollte der Kreistag in seiner Dezembersitzung der Umlagenerhöhung zustimmen, bezahlen die Kommunen im Jahr 2012 an den Landkreis 57,5 Millionen Euro Umlage. Allein Albstadt müsste 13,7 Millionen Euro bezahlen, Balingen 10,7 Millionen Hechingen 6,3 Millionen Euro.
