BKK und DAK: Fusion perfekt
DAK-Gesundheit startet zum Jahreswechsel – Standort Balingen nicht gefährdet
Balingen, 12.10.2011 von Gudrun Stoll
Dies hat uns BKK-Vorstand Thomas Bodmer gestern auf telefonische Anfrage bestätigt. Die rund 240 Arbeitsplätze am Standort in Balingen blieben erhalten, betonte er. Die BKK wird allerdings im Namen der neuen Krankenkasse nicht mehr vorkommen. Auch in der Chefetage übernimmt die DAK das Ruder. Den Vorsitz im Vorstand soll DAK-Chef Herbert Rebscher übernehmen, als Stellvertreter ist der bisherige DAK-Vize Clemens Moldenhauer vorgesehen. BKK-Chef Thomas Bodmer wird dritter Mann im neuen Vorstand. Sein Schreibtisch steht künftig in Hamburg. „Ich werde pendeln“, bestätigt Bodmer die Verlagerung der BKK-Führungsspitze an den Firmensitz der DAK in der Hansestadt. Die Vorstandsmitglieder werden auf sechs Jahre gewählt.
Bereits Anfang September haben wir über eine mögliche Fusion berichtet – vor dem Hintergrund rückläufiger Mitgliederzahlen. Denn beide Kassen erheben seit Anfang 2010 Zusatzbeiträge. Ein Ergebnis der Gespräche sei frühestens zum Jahresende zu erwarten, verlautbarte die Pressestelle der BKK damals. Gestern haben beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung den Zusammenschluss bekannt gegeben.
?Die neue Kasse verbinde die Vorteile zweier Geschäftsmodelle, heißt es in der Pressemitteilung. „Der Zusammenschluss der größten Betriebskrankenkasse und der drittgrößten Ersatzkasse bündelt die besondere Kompetenz beider Partner und bringt für die Kunden deutliche Vorteile“, wird BKK-Chef Thomas Bodmer zitiert.
Für die Kunden entstehe durch die Fusion kein Aufwand, versichern beide Partner. Krankenversicherungskarten gelten weiter, alle Behandlungen könnten ohne Einschränkungen fortgesetzt werden. Auch die Zusatzversicherungen blieben bestehen.
Ein Etat von 20 Milliarden Euro und 6,6 Millionen Versicherte
Mit der neuen DAK-Gesundheit entsteht eine der größten Kassen in Deutschland – sie wäre dann Nummer drei der Branche mit 5,1 Millionen Mitgliedern und 6,6 Millionen Versicherten. Die neue Kasse wird dem Verband der Ersatzkassen (vdek) angehören und ihren Sitz in Hamburg haben.
Dem Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit werden 28 Versichertenvertreter sowie zwei Arbeitgebervertreter angehören.
Im Verwaltungsrat soll Hans Bender (DAK) den Vorsitz übernehmen. Als Stellvertreter ist
Horst Zöller (BKK) vorgesehen. Die Wahl – auch der drei Vorstandsmitglieder – erfolgt bei der konstituierenden Sitzung des Verwaltungsrates im Januar 2012.
Der Haushalt der neuen Kasse wird im Jahr 2012 rund 20 Milliarden Euro betragen.
