Braun traurig, „jedoch nur ein bisschen“
Balingen, 26.09.2011 von Marcel Schlegel
Martin Braun trug sein Innenleben nach der Villinger 0:1-Niederlage bereitwillig nach außen. „Das ist ein solcher Tag, an dem man enttäuscht ist“, sagte der FC-Trainer, um dann anzumerken: „Jedoch nur ein bisschen.“ Denn: „Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war hervorragend. Wir haben ruhig, dominant und gut in die Tiefe gespielt.“
Er habe erwartet, dass die TSG aus einer kompakten Abwehr heraus agieren würde, verriet der einstige SC-Freiburg-Profi. Das habe sich in der ersten Halbzeit bestätigt: „Die Balinger haben die Räume eng gemacht.“ Dennoch sei seine Mannschaft zu guten Möglichkeiten gekommen: „Nur hatten wir mit einem Pfosten- und einem Lattenschuss auch Pech.“ Dies sei der einzige Vorwurf, den er seinen Mannen machen müsse: „Dass wir aus unseren vielen Chancen kein Tor gemacht haben. Auf der anderen Seite ist Balingen mit dem Kopfball von Buchstor nach über 80 Minuten das erste Mal gefährlich gewesen.“ Und mache wenig später da 1:0. Braun, 108 Erst- und Zweitliga-Einsätze, nahm's sportlich: „So ist Fußball.“
Der Trainer der Balinger, Karsten Maier, war ähnlich geständig: „Dass der Sieg glücklich war, darüber brauchen wir nicht lange zu reden.“ Auch, dass seine Truppe bei besagten Aluminiumkrachern Schwein gehabt habe, schläfrig gewesen sei, wolle er nicht leugnen: „Aber es gibt eben Spiele, die laufen so.“ Im ersten Durchgang habe seine Elf aussichtsreiche Konter„sehr schlecht ausgespielt. Und in der zweiten Halbzeit haben wir das ja nicht besser gemacht“.
Allerdings drückte die TSG in der Schlussphase doch gehörig aufs Villinger Tor. Und am Ende sorgte Fabian Fecker für den sechsten Sieg im achten Spiel, Platz drei und zwei Punkte Rückstand auf Tabellenführer VfR Mannheim – bei einem Spiel weniger wohlgemerkt. „Ich habe im Training gesagt: Wir brauchen einen hungrigen Kapitän.“ Und den bekam Maier. Fecker, der für den angeschlagenen Manuel Pflumm zu Spielführer-Ehren gekommen war, verlor kaum einen Zweikampf, wohl kein Kopfballduell und war am Ende der Matchwinner. Maier resümierte: „Wenn man sieht, wie entschlossen er defensiv war und mit welchem Tempo Taube und Fecker beim 1:0 in die Flanke laufen, dann ist das auch Willenssache.“
