Hungrig ins Lokalderby

Fußball-Oberliga: TSG Balingen empfängt morgen den FC 08 Villingen

Balingen, 23.09.2011 von Marcel Schlegel

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Es ist an der Zeit, dass die TSG Balingen wieder im Au-Stadion aufspielen darf: Nach zuletzt drei Auswärtsspielen erwartet der Fußball-Oberligist morgen um 15.30 Uhr den FC 08 Villingen zum Derby.

Im Großen und Ganzen, das kann man sagen, haben sich die Reisestrapazen, die die TSG Balingen in den vergangenen Wochen auf sich zu nehmen hatte, doch gelohnt. Dreimal musste die Mannschaft von Trainer Karsten Maier zuletzt in der Fremde antreten. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Dem 0:3 bei den Stuttgarter Kickers 2 ließen die Balinger zwei Siege beim Kehler FV (4:2) und vor Wochenfrist beim FC Nöttingen (2:0) folgen.

Nicht nur für Maier stellen die Saisonsiege vier und fünf, durch die sich die TSG mit ihren nun 15 Zählern auf Platz fünf verbessert hat, mehr als nur sechs Punkte dar. In gewisser Weise vollzog die junge Balinger Truppe einen Reifeprozess: Schenkte sie noch unter dem Fernsehturm trotz deutlicher Überlegenheit drei Zähler her, entschied sie nahe der französischen Grenze in Unterzahl und zuletzt im Nöttinger Panoramastadion in der Schlussphase jeweils enge Spiele für sich: Weil die TSG ihre Chancen eiskalt nutzte, weil sie defensiv trotz zahlreicher Rochaden kaum Fehler machte.

Maier fasst zusammen: „In Kehl haben wir uns in der Chancenverwertung absolut entschlossen präsentiert, hatten aber auch Phasen, in denen wir Glück hatten.“ Vorige Woche beim Titelanwärter Nöttingen habe man aus einer her-vorragenden Grundordnung heraus agiert: „Der Gegner hatte keinen Raum.“ Das hatte zur Folge, dass der FCN praktisch nur nach Standards gefährlich war. „Die Abwehr hat sehr gut gearbeitet“, stellt Maier fest: „Offensiv haben wir erst ein paar Chancen ausgelassen, die wir einfach nicht gut ausgespielt haben. Doch in der wichtigen Phase haben wir zugeschlagen.“

Eben in dieser bewies auch der Coach ein glückliches Händchen: Alexander Jauß machte das 1:0, Marc Wissmann bediente Marc Buchstor zum 2:0 – alle drei Kicker hatte Maier erst in Hälfte zwei eingewechselt: „Ich kann nur drei Optionen ziehen. Letztlich liegt es an den Spielern, sich dann in dieser begrenzten Zeit bestens zu präsentieren.“ Seine Chance hätte das Trio hervorragend genutzt – dies schafft für Maier im Hinblick auf den kommenden Gegner einmal mehr neue Optionen.

„Wir wollen morgen einen Sieg nachlegen“, gibt er die Marschroute für das Derby gegen den FC 08 Villingen aus. Der Vorjahresdritte war unter der Woche im Einsatz. Vom Nachholspiel beim FC Nöttingen brachte das Team um Coach Martin Braun einen Zähler mit (1:1). Maier hat folglich den direkten Vergleich, doch davon will er nichts wissen: „Jedes Spiel ist anders.“ Allerdings habe sich seine Mannschaft im Training in einer hervorragenden Verfassung präsentiert. „Die Jungs machen einen richtig hungrigen Eindruck“, sagt Maier. Die „Nullachter“ rangieren mit elf Zählern aus acht Spielen auf dem siebten Rang. Vorige Woche besiegten die Villinger den SSV Ulm 1846 mit 4:2. Ein „Dreier“, der Maier schwer beeindruckt hat. „Villingen stellt eine sehr erfahrene Mannschaft, die mit einigen spielstarken Nachwuchsspielern ergänzt wurde“, weiß Balingens Coach.

Denn auf dem Transfermarkt hielten sich die Schwarzwälder in diesem Jahr zurück. Mit Cever Atar, Hüseyin Süzer und Fabio Chiurazzi konnte der frühere Bundesliga-Profi Martin Braun (1. FC Köln, SC Freiburg, Karlsruher SC) ausschließlich Spieler aus der eigenen U 19 begrüßen, ziehen lassen mussten die Villinger indes Nedzad Plavci (zum Regionalligisten SC Pfullendorf). Maier resümiert: „Das ist beinahe dieselbe Mannschaft, die letztes Jahr einen Gegner nach dem anderen her gespielt hat.“ Und welche die Balinger vorige Saison nicht zu schlagen fähig waren: daheim unterlag die TSG dem Vorjahresdritten mit 0:1, aus dem Villinger Friedengrund entführte Balingen immerhin einen Zähler (2:2).

Doch diesmal, und daran lässt Maier keinen Zweifel, soll ein Heimsieg her. Wie? „Wir müssen erneut aus unserer guten Grundordnung heraus spielen, müssen noch zielstrebiger umschalten und immer zu 100 Prozent konzentriert sein.“ Na dann . . .

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