„Wollen gemeinsam die Ziellinie überqueren“

Zollernalbkreis, 21.09.2011 von Reinhard Linder

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„Wir sind Sesselfuzzis.“ So ungewöhnlich und prägnant stellen sich Jens Weber und Marcel Meißner vor, die im Team des ZOLLERN-ALB-KURIER den Sparkasse Trans Zollernalb bestreiten.

Beide haben in Büros in Balingen ihren Arbeitsplatz und fahren Mountainbike als Ausgleich zum Beruf – wie zig andere auch. Doch während Weber seinem Hobby schon seit geraumer Zeit frönt, ist sein Partner erst seit kurzem mit dabei. „Ich habe Marcel mit dem Mountainbike-Virus infiziert“, bekennt der Laufener. Kennengelernt haben sie sich im Rahmen ihrer beruflichen Fortbildung zum Betriebswirt bei der IHK in Tailfingen. Irgendwann einmal hat Weber von seinem Hobby geschwärmt und Meißner ist hellhörig geworden.

Der 32-Jährige aus Frommern hatte seit frühester Jugend Laufsport betrieben, der Bruch des Sprunggelenks bremste ihn aus. Radfahren erschien ihm als Alternative, sein Studienkollege ermutigte ihn zum Kauf eines Bikes. „Ich habe mir eins im Baumarkt geholt und rasch festgestellt, dass es nichts taugt. Da habe ich umgesattelt auf ein vernünftiges Rad“, kann Meißner über seine anfängliche Naivität nur noch grinsen. Seither fahren die beiden samstags mit dem Bike zum Unterricht an der IHK und drehen anschließend ihre Runden im Gelände. Aber auch wenn sie nicht gemeinsam trainieren, stecken sie oft zusammen, da sich ihre Ehefrauen prächtig miteinander verstehen und die Kinder ungefähr im gleichen Alter sind: „Da ist eine richtige Familienfreundschaft daraus geworden.“

Meißner schätzt, dass er es in diesem Jahr auf rund 3500 Kilometer bringt, Weber muss sich mit 2000 begnügen. Gerne würden sie mehr fahren, aber die Rücksicht auf Familie, Beruf und Schule zwingt sie zum Kürzertreten. Aus diesem Grund sind sie nicht darauf erpicht gewesen, in diesem Jahr den Trans Zollernalb zu bestreiten. Die Initiative zur Teilnahme an der Verlosung des ZOL-LERN-ALB-KURIER ging von We-bers Ehefrau Tanja aus. Als die Nachricht gekommen sei, „dass wir die Startplätze gewonnen haben, haben wir uns wahnsinnig gefreut, hatten gleichzeitig aber auch Bedenken, ob wir das Gruppentraining mit dem Unterricht vereinbaren können“, war der 36-Jährige erst skeptisch. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass es funktioniere.

Der Laufener hat vor fünf Jahren in verschiedenen Trainingsgruppen begonnen intensiv Rad zu fahren. Seit dem Frühjahr 2010 ist er praktisch nur noch mit Meiß-ner unterwegs. Das Duo war schon beim Alb-Gold-Marathon in Münsingen am Start, hat sich beim 24-Stunden-Rennen im Münchner Olympia-Park verausgabt und den Albstadt-Bikemarathon absolviert. Unter dem Namen „Bike-Füx“ nahmen sie im Vorjahr an der Premiere des Trans Zollernalb teil.

Die beiden wissen, was sie erwartet: unter anderem Schmerzen am Allerwertesten. „Ich konnte zum Ende der Schlussetappe hin kaum mehr sitzen“, erinnert sich Meißner. Als er aber durch die begeisterte Menschenmenge hinauf zum Hechinger Schlossplatz gefahren sei, habe er nichts mehr davon gespürt, „da war nur noch für Glücksgefühle Platz.“

Zwar wissen sie, dass sie dem dreitägigen Etappenrennen, das am Freitag in Bad Imnau beginnt, gewachsen sind, eine Herausforderung bleibe es trotzdem. Ihr vorrangiges Ziel sei es sturzfrei und mit einer vernünftigen Zeit durchzukommen, sagt Meißner. Weber ergänzt: „Vor allem wollen wir unseren Spaß haben.“ Auf jeden Fall würden sie das gesamte Rennen Seite an Seite bestreiten, wie sie es gewohnt seien: „Wir trainieren zusammen, wir fahren zusammen, also überqueren wir auch gemeinsam die Ziellinie.

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