Es ist dieser besondere Charme
Über 400 Oldtimer schmücken die Altstadt beim 9. Rosenfelder Klassiktag
Rosenfeld, 05.09.2011 von Rosalinde Conzelmann
Sorgenvoll hatte der Macher der Oldtimerschau, Friedbert Morsch, morgens gen Himmel geblickt. Sein flehender Blick zeigte Wirkung, denn die ersten Regenschauer setzten erst am späten Nachmittag ein, als sich viele der über 400 Fahrzeuge bereits auf den Heimweg gemacht hatten .
Hunderte von Besuchern flanierten durch die Gassen der historischen Altstadt mit ihren geschichtsträchtigen Bauten. Sie bestaunten die zwei- und vierrädrigen historischen Fahrzeuge, suchten das Gespräch mit den Besitzern, die stolz ihre Geschichten erzählten, schnupperten Benzinluft und hörten den blubbernden Motorengeräusche zu. Immer wieder wurden Motorhauben geöffnet und zahlreiche Augenpaare richteten sich auf das Innenleben der Blechkarossen.
Morsch stellte die ankommenden Oldtimer im Hof der Lehner-Brauerei mit viel Humor und Fachwissen vor. Elena Stehle überreichte den Fahrern stilecht im Gewand der Ursula von Rosenfeld ein Willkommensgeschenk.
Für Aufsehen sorgten insbesondere die Vorkriegsfahrzeuge wie ein Renault ED aus dem Jahr 1914 oder ein roter Ford, Baujahr 1925, dessen Besitzer Thomas Zink aus Stuttgart angereist war und auf dem Moissy-Cramayel-Platz geparkt hatte. „Ich komme nicht zum ersten Mal hier her, Rosenfeld hat Flair“, meinte er. Während die charmanten Kleinwagen der 50er- und 60er-Jahre hervor, wie Isetta, Goggomobil oder Ente, wenig Platz in Anspruch nahmen, waren die US-Cars mit ihren barocken Karossen und den liebevollen Details nicht zu Übersehen und protzten mit ihren Maßen. In großer Zahl reihten sich historische Motorräder, Mofas, Mokicks und und Roller aneinander.
Doch nicht nur historische zwei- und vierrädrige Fahrzeuge verwandelten die Altstadt in ein Freilichtmuseum, der Klassiktag ist auch ein Tummelplatz für so genannte „Youngtimer“, Liebhaberfahrzeuge, die in der Regel aber „erst“ 20 Jahre alt sind. Hingucker waren zudem die Edelmarken Borgward, Mercedes, Porsche und Jaguar. Von Besuchern umringt war stets auch die VW Käfer-Flotte oder der seltene PS-starke „James Dean-Porsche“, der im Kreis zugelassen ist.
Wer zu viel Benzinluft geschnuppert hatte, fand bei der Altstadthockete des Fördervereines, im Biergarten der Stadtkapelle oder in den benachbarten Gaststätten einen Platz zum Verweilen und Fachsimpeln.
