Getragen und aufbewahrt: Ein absoluter Augenschmaus

Ausstellung im Maschenmuseum gibt Einblicke in Mode der 70er und 80er – An der Fotowand ist noch jede Menge Platz

Albstadt-Tailfingen, 18.07.2011 von Ulrike Zimmermann

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Mode war und ist immer ein Ausdruck des ganz persönlicher Lebensstils. Sie ist aber auch ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Zeitgeistes.

Mit der aktuellen Ausstellung „Retrospektive – Die Mode der 70er und 80 Jahre“ im Maschenmuseum werden Erinnerungen an die beiden turbulenten Jahrzehnte wach.

Einen richtigen „Schatz“ hat Renate Steim-Ölkrug in Vorbereitung auf diese Ausstellung aus ihren Kleiderschränken herausgeholt. Mit Energie, Leidenschaft und Kompetenz hat sie stilsicher prägnante Beispiele gesammelt und aufbewahrt.

Entstanden ist ein „unvergleichlicher Augenschmaus“, so Museumsleiterin Susanne Goebel bei der gut besuchten Eröffnung am Freitagabend. Einfach aber war das nicht, denn die Frage der Präsentation dieser qualitativ hochwertigen Teile sollte in adäquater Weise erfolgen. Eine Handvoll historischer Kleiderbüsten und Schaufensterpuppen wäre dem nicht gerecht geworden. In Zeiten knapper Haushaltskassen blieb nur der Weg der Sponsorensuche, um die enormen Anschaffungskosten zu stemmen. Der Dank von Oberbürgermeister Dr. Jürgen Gneveckow und der Museumsleiterin galt deshalb auch allen großzügigen Helfern, die zur Entstehung der Ausstellung beigetragen haben. Eine Sponsorenliste ist in der Ausstellung ausgehängt.

Nicht nur Sponsoren, sondern auch Leihgeber haben aus ihrem privaten Fundus Kleidungsstücke beigetragen, so dass eine interessante und aussagekräftige Präsentation entstanden ist.

Die Palette reicht von den Hotpants über knallbunte Röcke, Skianzüge aus der damaligen Zeit, breite Schlaghosen bis zu den unverwüstlichen Jeans. Der „blaue Wunderstoff“ erlebte seine erste Hochphase. Unvergessen bleibt für viele die Vereidigung von Joschka Fischer als hessischer Umweltminister am 12. Dezember 1985. Er trug damals Turnschuhe, Jeans und Sportsakko. Ein knalliger orangefarbener Bikini aus Frottee entlockt so manchen Heiterkeitsausbruch. Ergänzt wird die Ausstellung durch private Bilder an einer Fotowand. Da ist noch jede Menge Platz. Wer in alten Fotoalben fündig wird, muss keine Angst um sein Original haben, eine gute Kopie reicht auch. Bis zum Ausstellungsende am 31. März 2012 können fotografische Dokumente aus den 70er und 80er Jahren abgegeben werden, um ein noch bunteres und vielfältigeres Schaufenster der Mode der örtlichen Bevölkerung zu zeigen.

Zumal gerade diese Zeitepoche einen Höhepunkt der Albstädter Trikotindustrie darstellte und nicht zuletzt – darauf wies der Oberbürgermeister extra hin – auch ein Meilenstein in der Albstädter Geschichte war, denn 1975 wurde im Zuge der Gemeindereform die Stadt aus der Taufe gehoben.

Stilecht war aber auch die Musik, die Fabio de Siati auswählte. „Die Maschen der Mädchen“ von Chris Roberts war ein Ohrwurm aus jenen Zeiten und passte perfekt zur Ausstellung – die im Übrigen viel zu schön ist, um mit dem Museumsbesuch bis auf den nächsten Regentag zu warten.

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