Fünf Prozent Dividende für die Mitglieder

Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld ist mit Entwicklung im Jahr 2010 „sehr zufrieden“ – Zeichen stehen auf Wandel

Geislingen, 15.07.2011 von Rosalinde Conzelmann

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Die Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld ist mit ihrer Entwicklung im Jahr 2011 „sehr zufrieden“. Die Mitglieder dürfen sich über eine Dividendenausschüttung in Höhe von fünf Prozent freuen.

Die Zeichen standen am Mittwochabend ganz auf Wandel, denn erstmalig in ihrer über 100-jährigen Geschichte fand die Generalversammlung nicht im Gasthaus „Rössle“, sondern in der Schlossparkhalle statt. Weitere einschneidende Veränderungen waren der veränderte Ablauf mit einem Expertenvortrag der prominenten Gastrednerin Claudia Kleinert (siehe Bericht auf unserer ZAK-Seite) sowie die Verabschiedung des langjährigen Bankvorstandes Kurt Link, der erkrankt war und nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, und die Vorstellung seines Nachfolgers Anton Abt. Zur großen Freude von Rudi Rauch (Vorsitzender des Aufsichtrates), der auch die Begrüßung übernahm, und Bankvorstand Helmut Gonser, war die 115. Generalversammlung mit rund 400 Mitgliedern und Kunden „so gut besucht wie noch nie“.

Gonser trug auch die Jahresbilanz 2010 vor. Die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld hat sich um 845 000 Euro auf nunmehr 122,9 Millionen Euro verringert. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität hat die Bank im Jahr 2009 11,5 Millionen Euro Kredite bei der EZB aufgenommen. „Diese Kredite haben wir im letzten Jahr wieder vollständig zurückgezahlt, weil sie nicht mehr benötigt wurden“, so Gonser.

Das Kreditvolumen sei leider erneut rückläufig: 51,8 Millionen Euro wurden an die Kunden ausgeliehen, das sind 551 000 Euro weniger als im Vorjahr. „Die Investitionsbereitschaft unserer Kunden war im Jahr 2010 erneut nicht sonderlich ausgeprägt“, gab Gonser weiter bekannt. „Wenn die Kreditnachfrage wieder anzieht, sind wir jederzeit in der Lage unsere Kunden mit Krediten zu versorgen. Die oft gelesene Kreditklemme gibt es bei uns nicht“, betonte der Redner, der eine weitere Zahl bekanntgab: „Zwischenzeitlich haben wir für insgesamt sechs Millionen Euro Photovoltaikanlagen finanziert.“

Die Gesamtsumme der liquiden Mitteln beträgt rund 65,5 Millionen Euro. Laut Gonser setze die Bank „auf eine gute Mischung der bankeigenen Anlagen: „Dabei steht für uns nicht nur und nicht in erster Linie die maximale Rendite im Vordergrund, sondern die gesunde Mischung aus Rendite, Sicherheit und Liquidität.“

Die Kundeneinlagen haben sich erneut um 7,4 auf 104,8 Millionen Euro erhöht. „Das zeigt uns, dass wir mit unserer Geschäftspolitik und unseren Anlageangeboten richtig liegen und Sie uns vertrauen“, meinte Gonser stolz.

Zum Eigenkapital gab er folgende Zahlen bekannt: Die insgesamt 2 744 Mitglieder mit 14 356 Geschäftsanteilen halten rund 2,2 Millionen Geschäftsguthaben an der Raiba. Diese Geschäftsguthaben sind Teil des Eigenkapitals, das sich zum Jahresende auf acht Millionen Euro beläuft. Der ausgewiesene Bilanzgewinn liegt bei 213 262,39 Euro. Gonsers Vorschlag: „Wir schütten für das Jahr 2010 eine Dividende von fünf Prozent aus.“

Gonser erläuterte noch die Gewinn- und Verlustrechnung: Der Zinsüberschuss in Höhe von 3381 000 Euro hat sich um 795 000 Euro erhöht und der Provisionsüberschuss von 471 000 Euro konnte um 34 000 Euro gesteigert werden. „Der gestiegene Zinsüberschuss resultiert aus der günstigen Finanzierung unserer Bilanzstruktur sowie aus der Zinsentwicklung“, ergänzte Gonser, der vor seinem Dank an die Mitglieder noch eine Zahl bekanntgab: „Nach Abzug von Steuern verbleibt ein Bilanzgewinn über 213 000 Euro und erlaubt uns außerdem eine Zuweisung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken über 535 000 Euro.

Für die anwesenden Bürgermeister der Städte Geislingen und Rosenfeld, Oliver Schmid und Thomas Miller, dürfte eine Zahl interessant sein: 2010 hat die Bank 300 000 Euro Steuern entrichtet, von denen 130 000 Euro in den beiden Städten geblieben sind. Auch auf dem Feld der Wohltätigkeit hat sich das Kreditinstitut betätigt: Insgesamt hat die Raiba im vergangenen Jahr 25 000 Euro gespendet.

Frank-Karsten Willer vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes fasste seinen Prüfungsbericht in eine knappe Erklärung, Bürgermeister Oliver Schmid leitete die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates, die von der Versammlung jeweils einstimmig und mit zwei Gegenstimmung erteilt wurde.

Einstimmig erfolgte die Wiederwahl der Aufsichtsräte Hermann Kübler und Rudi Rauch, die ihre Posten die nächsten drei Jahre fortführen werden.


Wechsel im Vorstand: Kurt Link hört auf, Anton Abt stellt sich vor

Die 115. Generalversammlung bot auch den würdigen Rahmen für die offizielle Bekanntgabe einer Personalentscheidung.

Abschied: Nach 43-jähriger Zugehörigkeit zur Raiffeisenbank, davon 31 Jahre Jahre als Vorstand, geht Kurt Link zum 1. August in den Ruhestand. Der 63-Jährige wurde in Abwesenheit verabschiedet, da er erkrankt ist. Rudi Rauch sprach ihm den Dank des Aufsichtsrates aus. „Er hat viel für unsere Bank geleistet, war ein Teil von ihr“, lobte er Links langjähriges Engagement, das auch vom Genossenschaftsverband mit der höchsten Auszeichnung gewürdigt wird.

Neubeginn: Anton Abt, Nachfolger von Kurt Link, ist 51 Jahre alt. Er hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Neufra im Kreis Sigmaringen. Er hat seine Bankerkarriere erst in den 90er-Jahren gestartet, war zuvor Industriekaufmann und Berufssoldat. Abt ist Bankfachwirt und war bislang bei der Volksbank Hohenzollern beschäftigt

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