Frauenpower mal drei

Stuttgart, 13.07.2011 von Bernd Haase

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Drei Freundinnen müsst ihr sein ­ nicht für irgendeinen Sieg, sondern für ein mitreißendes Konzert. "Sing the Truth" nennt sich das Trio, das in der zweiten Woche der Jazz Open in der Landeshauptstadt eine beeindruckende Klangmarke hinterließ. Hinter dem Trio-Namen verbergen sich drei Damen mit unterschiedlichen Wurzeln. Da ist die Grande Dame des Jazzgesangs, Dianne Reeves. Da ist die quirlige Afro-Queen Angelique Kidjo. Und schließlich noch der aufgehende Stern, das im Vergleich zu ihren Mitstreiterinnen junge Küken Lizz Wright.

Und es war an der jüngsten, den markantesten Eindruck zu hinterlassen. Mit dem vollen Timbre ihrer eleganten Alt-Stimme suchte sie immer wieder neue Wege, beschritt mal unbequeme Passagen, mal schien sie in Ruhestellung zu verharren, um dann wieder treibend nach vorne zu preschen. Oder anders ausgedrückt: Lizz Wright lotete ein ums andere Mal aus, wie weit sich der gesangliche Spannungsbogen dehnen lässt.

Wo Lizz Wright mit Mut glänzte, da ließ Dianne Reeves den Soul mit ihrem makellosen Organ tanzen, bewies eindrucksvoll, dass sie fürwahr eine der ganz großen Jazz-Stimmen ist ­ auch wenn wohl einer Lizz Wright die Zukunft gehören wird.
Aber es ging hier nicht um Wettbewerb, sondern um Einigkeit, darum, die verschiedenen Klangfarben und Gesangsstile zu einem perfekten Klangbild zu formen. Und bei diesem Vorhaben war es Angelique Kidjo beschieden, die launigen, herausfordernden  Akzente zu setzen. Wiewohl sich die kleinste der drei Damen als diejenige mit dem größten Herz und dem größten Mundwerk bewies. Das Publikum hat Kidjo jedenfalls voll und ganz im Griff, so sehr, dass die eher zurückhaltende Besucher im ausverkauften Rund der Open-Air-Bühne am Mercedes-Benz-Museum am Ende tatsächlich tanzten.

Zufrieden zeigten sich auch die Veranstalter des Festivals, das mit dem Programm Jazz für Kinder zu Ende ging. Mehr als 20000 Besucher kamen, sieben von zehn Konzertabende waren ausverkauft.

"Ich denke wir haben bewiesen, unsere neue Großbühne auf dem Schlossplatz erstklassig produzieren zu können", zieht Jürgen Schlensog, Geschäftsführer des Veranstalters Opus GmbH, sein Fazit. "Unser Publikum wie auch die Künstler haben sich in Stuttgarts Stadtmitte sofort zu Hause gefühlt und teilweise denkwürdige Konzerte erlebt und gegeben". Und damit gab er noch einer Hoffnung Ausdruck: "Wir wünschen uns sehr, auf dem Schlossplatz nun endlich eine dauerhafte Heimat für das Festival gefunden zu haben." Die Atmosphäre dort bei den Konzerten von B. B. King und Paolo Conte jedenfalls
war eines Festivals würdig.

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