Mit dem Seepferdchen auf Du und Du

Betreuer des Nusplinger Schwimmvereins haben schon vielen hundert Kindern das Schwimmen gelehrt

Nusplingen, 04.05.2011 von Katja Weiger-Schick

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Unzählige Kinder haben hier kraulen gelernt, das „Seepferdchen“ gemacht oder den „Erstkontakt“ zum Wasser gesucht: Der Schwimmverein Nusplingen vermittelt allen die Freude am nassen Element.

Zum Beispiel am Donnerstag, wenn ein Anfängerkurs auf dem Terminplan steht und eine muntere Rasselbande das Nusplinger Hallenbad unsicher macht. Selbstverständlich spritzt es mitunter ganz ordentlich. Aber wasserscheu ist von den zahlreichen Kursbetreuern natürlich niemand. Mit großer Akribie und jeder Menge Geduld gehen die ehrenamtlichen Schwimmlehrer zu Werke. „Schwimmen kann schließlich das Leben retten“, sagt Albert Dett, der Vorsitzende des Schwimmvereins.

Seit Mitte der 70er-Jahre haben in Nusplingen hunderte von Kindern aus dem Ort selbst und vielen benachbarten Heuberggemeinden das Schwimmen gelernt. Der Schwimmverein Nusplingen wurde offiziell 1993 gegründet, ging damals jedoch aus der bereits 1974 ins Leben gerufenen DLRG-Ortsgruppe hervor. Die Mitglieder geben bei weitem nicht nur Kurse, sondern pflegen ihre florierende Jugendarbeit und übernehmen auch die Rettungswachdienste im örtlichen Hallenbad. Unzählige Ehrenamtsstunden kommen jedes Jahr auf diese Weise zusammen. Weil die Schwimmvereinler weite Teile der Bademeisteraufgaben übernehmen, entlasten sie obendrein die Gemeindekasse.

Das Angebot des wasserfreudigen Vereins ist groß: Er bietet Kurse zur Wassergewöhnung für die Kleinsten an, und durch die rege Kursarbeit ist gewährleistet, dass die meisten der kleinen Absolventen schwimmen können, wenn sie eingeschult werden. Außerdem betreuen die Mitglieder viele Kinder der umliegenden Gemeinden: „Heutzutage hat längst nicht mehr jeder Ort ein Hallenbad. Der allgemeine Trend geht eher zur Schließung“, konstatiert Albert Dett. Außerdem im Angebot: Frauen-Schwimmen und Aquatic-Kurse. Derjenige, der im Wasser ganz in seinem Element ist, fühlt sich in Nusplingen also gut aufgehoben, zumal die Installation des neuen Blockheizkraftwerks die Zukunft des Hallenbads mittelfristig sichert.

Über die Wärmegewinnung im Blockheizkraftwerk machen sich die Mädchen und Buben, die donnerstags Gleiten und Beinschlag üben, wohl kaum Gedanken: Sie wollen schwimmen lernen. Pro Kursabend sind rund zehn Betreuer nötig, berichtet Albert Dett – und auch hierbei kann sich der Verein auf seinen eigenen Nachwuchs verlassen. Mittlerweile üben die kleinen Kurs-Wasserratten übrigens erst das Kraulen und dann das Brustschwimmen. Das entspricht laut Geschäftsleiter Hans-Dieter Mengis neuen Erkenntnissen aus der Schweiz: „Diese Methode trägt dem natürlichen Bewegungsablauf der jungen Schwimmer besser Rechnung.“

Was in den Schwimmkursabenden eher nicht zum Einsatz kommt: die klassischen Schwimmflügel. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ohne diese alt bekannte „Auftriebshilfe“ – so heißt es im Fachjargon – bekommen die Kinder mehr Gefühl fürs Wasser. Erlaubt sind hingegen Schwimmbretter oder die beliebten „Nudeln“. Wenn es die jungen Schwimmvereinler einmal nicht ins Wasser zieht, ist auch auf dem „Trockenen“ allerhand geboten – egal ob mit Eislaufen, im Kino oder beim Klettern. Albert Dett schmunzelt: „Wir müssen doch etwas bieten.

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