Ständige Wendungen – neue Offenbarungen
Das Kammerspiel „Enigma“ ist an diesem Freitag in der Hechinger Stadthalle zu sehen
Hechingen, 13.04.2011
Das Kammerspiel „Enigma“ von Erich Emmanuel Schmitt fasziniert durch ständige Wendungen und neue Offenbarungen. Das schlichte Bühnenbild in Grautönen lässt viel Platz für die Psyche der Protagonisten, die sich durch unterschiedliche Lebensentwürfe ständig reiben und zur Selbstreflexion zwingen, sinnbildlich dargestellt durch die Spiegelungen im Wasserbecken vor der Bühne.
Philipp Dürschmied und René Laier von der Badischen Landesbühne Bruchsal präsentieren dem Publikum an diesem Freitag im „Museum“ ein Stück voller unerwarteter Wendungen, dessen Spannung nie abreißt und an dessen Ende viele Fragen offen bleiben, die den Titel des Stückes ?Enigma? rechtfertigen.
Sie können nicht voneinander lassen: der Literaturnobelpreisträger Abel Znorko und der Journalist Erik Larsen. Eremitisch lebt Znorko auf einer Insel nahe des Polarkreises und überraschend erklärt er sich bereit, Larsen zu empfangen. Gesprächsanlass ist die Veröffentlichung von Znorkos neuestem Buch, einem Briefwechsel zweier Liebender.
Schon in den ersten Sekunden ihrer Begegnung wird deutlich, dass die beiden Männer einen existenziellen Kampf um Leben und Tod ausfechten, denn als Larsen das Grundstück betritt, verfehlt ihn nur knapp ein Pistolenschuss Znorkos. Die Spannung lässt auch im Verlauf des weiteren Gesprächs über die Unterschiede zwischen Kunst und realem Leben, fiktionaler und tatsächlicher Liebesbeziehungen nicht nach.
Im Gegenteil: Das Interview wird zu einem grausamen und undurchsichtigen Spiel um die Wahrheit, in dessen Mittelpunkt eine Frau steht, die niemals in Erscheinung tritt und trotzdem Znorko und Larsen schon seit Jahren auf eine rätselhafte Weise miteinander verbindet. Mehrfach will Larsen gehen, mehrfach wirft Znorko ihn raus, immer wieder gibt es einen Grund zu bleiben. Jeder hat etwas, das der andere braucht, aber keiner spielt offen. Beide sind verschlossen und doch nicht ganz dicht. Vor allem darf man keine Aussage für bare Münze nehmen, die Halbwertszeit der Behauptungen sinkt ständig.
Passend erklingen die „Enigma-Variationen“ von Edward Elgar.
Info
Karten gibt es im Vorverkauf unter anderem im Bürger- und Tourismusbüro (07471 / 940-211 bis -214) und an der Abendkasse.
