Ständchen für Pauli
500 Gäste singen mit – Neujahrsempfang in Hechingen.
Hechingen, 11.01.2011
Es war die Überraschung des Abends beim Neujahrsempfang des Kreistages in der guten Stube der Zollernstadt: Der Gastreferent, EnBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis, eröffnete seinen Vortrag schelmisch mit der Enthüllung, sein Vorredner Günther-Martin Pauli habe Geburtstag. Spontan intonierten Frank Schnell und die Junge Bläserphilharmonie Zollernalb ein ganz besonders flottes "Happy Birthday" zu Ehren des frischgebackenen 46-Jährigen ?.
Groß war die Heiterkeit im Saale auch, als Pauli selbst Geschenke verteilte und dem EnBW-Chef einen Scooter ?als umweltfreundliches und CO2-neutrales Fortbewegungsmittel? überreichte. Hans-Peter Villis freute sich kindlich und drehte gleich eine Ehrenrunde vor der prominent besetzten ersten Reihe.
Ein kleines, aber potenziell farbenprächtiges Präsent hatten auch alle Gäste auf ihren Plätzen im ?Museum? vorgefunden: ein Samentütchen mit der Blütenmischung ?Bienensommer?. Pauli verband damit die Hoffnung auf eine in jeder Hinsicht blühende Zollernalb.
Inhaltlich drehte sich während des anderthalbstündigen Festprogrammes ganz viel um Energie. Der Landrat wartete auf diesem Sektor mit zwei Neuigkeiten auf: Zum einen gab Pauli bekannt, dass in der kommenden Woche der große Solarpark auf den stillgelegten Flächen der Kreismülldeponie im Hechinger Stadtwald offiziell ans Netz geht. Zum anderen ließ Pauli sein Publikum wissen, dass die Kreisverwaltung plant, künftig auch aus dem Biomüll der Landkreisbewohner Strom zu machen. Man arbeite im Landratsamt an einer „Biomüll-Entsorgung mit energetischem Nutzen“.
Der Landrat gab eine ganze Reihe von Beispielen dafür, wie innovativ die Zollernalb bei der Umstellung auf erneuerbare Energien ist. Er rühmte die Bioenergie- und Nahwärmeprojekte in Rosenfeld, Bittelbronn, Grosselfingen und Jungingen, verwies auf die acht eigenen Fotovoltaikanlagen des Landkreises mit einem Stromertrag von 205 000 Kilowattstunden pro Jahr und verwies darauf, dass der Landkreis bei der Produktion von Holzhackschnitzel landesweit in der Vorreiterrolle sei.
Dass sich auch die Energie Baden-Württemberg AG beim Trend hin zu erneuerbaren Energien nicht ins Abseits stellen will, machte deren Chef Hans-Peter Villis deutlich. In den vergangenen drei Jahren habe die EnBW so viel wie kein anderes Unternehmen in Baden-Württemberg in dieses Zukunftsfeld investiert, sagte Villis .
Allerdings mühte sich Villis doch vornehmlich, die Euphorie zu dämpfen. Die Ziele der Bundesregierung in Sachen erneuerbare Energien und CO2-Reduzierung hält er für ?sehr ambitioniert?. Und was Deutschland sich vorgenommen habe, steht seiner Auffassung nach auch ?ein bisschen im Widerspruch zur globalen Entwicklung? Weltweit, so Villis, gebe es einen wachsenden Energiehunger: ?In den nächsten 25 Jahren wird die weltweite Nachfrage um 50 Prozent steigen. Das bedeutet für ihn, dass ?ein breiter Energie-Mix unverzichtbar ist. Oder unverblümter: ?Wir können auf absehbare Zeit nicht auf Großkraftwerke und auch nicht auf Kernkraftwerke verzichten.
Die Gäste erlebten zum Ende des Empfangs noch die hohenzollerische Uraufführung des Orchesterwerkes „Nihil Sine Deo“ von Fabian Schmidt, welches das Thema des Hohenzollernliedes höchst kreativ variiert und am Schluss doch zum Mitsingen animiert, wozu Günther-Martin Pauli ausdrücklich einlud: „Das gemeinsame Singen des Hohenzollernliedes wird das Zusammenwachsen des Zollernalbkreises fördern“.
