Der sieht doch aus wie...
Donnerstag, 9. September 2010
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Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen in koffeinumflorten Musestunden im Café. Denn immer wieder laufen einem Prominente über den Weg. Sozusagen. Und wir können das Spiel spielen: „Der sieht doch aus wie...“.
Welche Stars und Sternchen haben Sie denn schon entdeckt? Also ich kenne in Albstadt eine gut gebaute Version von Stefan Raab. Und Norbert Blüm erblickte ich letztens auch, genauso wie – ja wirklich – Hildegard Knef. Amy Winehouse war ebenfalls unterwegs, und Lemmy Killmister, der Sänger der Hardrock-Gruppe „Motörhead“ wandelte ebenfalls durch Ebingens Gassen. Manchmal frage ich mich, ob die entsprechenden Personen wissen, dass sie einem Prominenten ähneln, war bisher aber schlicht zu feige, die Fast-Promis darauf anzusprechen.
Aber es kann einen gerade auch andersherum treffen. So wie eine Freundin, die während eines München-Urlaubs an den Waschbecken der Toilette einer Edelbar einen Typ traf, ihn offenbar irgendwie seltsam anschaute, so dass dieser sich bemüßigt fühlte zu fragen: „Magst ein Autogramm haben?“ Natürlich wollte sie kein Autogramm von einem „x-beliebigen Dahergelaufenen“, den sie zudem nicht kannte. Als sie später ihrem Mann amüsiert-empört von dem Toilettenvorfall erzählte und dezent auf den Herrn deutete, der mittlerweile auch wieder im Gastraum Platz genommen hatte, lachte der Gatte und erklärte ihr, wem sie da einen Korb gegeben hatte: Es war der erfolgreiche Münchner Comedian Michael Mittermeier gewesen. Das Original.
„Passt nicht“ ist in Mode
Mittwoch, 8. September 2010
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Stimmt. Schuhe ebenfalls. Und das dürfte wohl mit der Grund dafür sein, warum die meisten Deutschen die falschen Schuhe tragen. Beziehungsweise welche, die ihnen nicht wirklich passen. In anatomischer Hinsicht. Sage und schreibe 80 Prozent der Bundesbürger sollen mit nicht sitzenden Stiefeln, Sneakers, Slippern und & Co. auf den Füßen sein. Zu groß, zu klein, zu eng, zu weit. Sagt das Deutsche Schuhinstitut, welches zu dieser horrenden Zahl in einer aktuellen Studie kommt. Ja, so manche Herren der Schöpfung werden diese Analyse nun zu gerne bestätigen, mit Blick auf die Schuharmada ihrer Liebsten. Sagen wir mal, es ist kein Vorurteil, dass die Damen ihr Schuhwerk lieber farblich zur neuen Bluse passend als anatomisch zu ihrem Fuß kaufen. Oder lieber mit viel zu Hochhackigen durch die Fußgängerzone stolpern als sicher mit den Flacheren zu schlendern. Ok, ok… Viele Männer sind auch nicht viel besser. Sie laufen selbst bei den unpassendsten Gelegenheiten lieber in ausgelatschten Halbschuhen rum, anstatt sich mal mit den edlen italienischen Stiefeletten selbst aufzuwerten. Tja, es ist halt schon schwer, den richtigen Kompromiss zwischen modisch, gesund und funktionell zu finden. Beim Einkaufen. Aber auch Tag für Tag, wenn man vor dem üppig gefüllten Schuhschrank steht.
Oh du schöne Urlaubszeit!
Dienstag, 7. September 2010
Alle brauchen ihn, sehnen ihn herbei, und wenn er endlich einmal angefangen hat, dann ist er ebenso schnell wieder vorbei: der Urlaub. Diese freie Zeit im Jahr ist ein gutes Beispiel dafür, wie relativ die Zeit doch ist. Reines Empfinden. Egal, wie ich meinen Urlaub verbringe. Ob ich am Strand liege, die Sonne auf mich niederbrutzeln lasse, vielleicht ein paar Runden Schwimmen gehe und im Grunde nicht mehr mache, als die Phase zwischen spätem Frühstück und frühem Abendessen zu überbrücken. . . Oder ob ich einen Aktivurlaub unternehme und bereits morgens um fünf Uhr aus den Federn hüpfe, um rechtzeitig für die große Wandertour in den Dolomiten auf den Beinen zu sein und abends wegen der Höhenluft nicht schlafen kann und noch lang wach bleibe. . .In jedem Fall vergehen die Stunden, Tage und Wochen während der Urlaubszeit wie im Flug.
Es sollte eine Art Zeitmanager speziell für den Urlaub geben. Der verlangsamt den Lebensrhythmus, macht aus einem Tag zwei Tage. Eine Wiederholungstaste gibt es, um einen besonders schönen Tag gleich zweimal zu erleben. Natürlich verläuft dieses Zeiterlebnis ganz unabhängig von dem der Daheimgebliebenen. Und der Urlauber genießt seine einzig für ihn reservierte Zeit.
Aber genug geträumt. Vielleicht hat der Rhythmus der Zeit seinen Sinn. Wenn es einmal kühle, regnerische Tage im Urlaub gibt, muss jeder zwangsläufig das Beste daraus machen.
Utopien denken
Samstag, 4. September 2010
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„Ich male mir die Welt in meinen Träumen in den schönsten Farben aus und immer wieder kommt mir das Leben dazwischen“ – so hat mir eine gute Bekannte heute morgen geschrieben. Zuerst musste ich schmunzeln, dann dämmerte mir, wie viel Weisheit in diesem Satz steckt. Denn während unsere Tagträume, denen der Tübinger Philosoph Ernst Bloch in seinem „Prinzip Hoffnung“ sogar ein ganzes Kapitel gewidmet hat, voll von Wünschen, Sehnen und Hoffen sind, sieht die Realität ganz anders aus. Das Leben ist ein permanenter Kompromiss, während die Tagträume im Utopischen verankert sind. Dabei müssen Utopien keineswegs Wolkenkuckucksheime bleiben. Der Brite Thomas Morus beispielsweise hat 1516 in seinem Werk „Utopia“ eine für ihn ideale Staatsform entworfen. Der Monarchie setzte er die Republik mit einem gewählten Parlament und einem Präsidenten entgegen. Morus' einst belächelte Utopie ist mit der Zeit wenigsten in diesem Punkt konkret geworden. Das zeigt, dass man das Träumen nie aufgeben sollte. Dass Utopien konkret werden können. Dass das Leben, das mir immer wieder zwischen meine Tagträume kommt, letztlich von diesen Träumen gestaltet wird. „Denken“, schreibt Bloch, „heißt Überschreiten“. Denken und träumen aber findet beides im selben Teil des Körpers statt.
Josef Buijtor am 05.09.2010 12:35:54Utopie als Anstoß zum HANDELN!
Obwohl die Demokratie eigendlich etwa 2000 Jahr älter ist als Morus, war seine Utopie etwas wie ein kleiner Anstoß zu einer Wirklichkeit, die zur besten Staatsform der Weltgeschichte wurde - DEMOKRATIE! Es ist weder ihm noch einem anderen gelungen, den letzten Schrit zu tun - die Republik zu schaffen - aber ich Danke Gott dafür, dass es nicht gelungen ist. Wenn Sie die britische Monarchie mit den europäischen Republiken und ihren Revolutionen vergleichen, können Sie deutlich erkennen, warum ich Gott danke. Denn auf unserem Boden sind die zwei schrecklichsten, menschenverachtensten Idologien der Weltgeschichte entstanden - die auch als Utopien nafänglich gewertet wurden.
Ich würde auch gerne mal von Utopien träumen. Aber in meiner mehr als 70 Jähriger Lebenserfahrung, habe ich gelernt, auf die Realitäten zu achten. Weil Relitäten geschaffen werden und nicht so einfach entstehen. Und zur Zeit sind viele am Werk, in unserem Lande, Realitäten zu schaffen - von S21 bis Sarrazin. Wäre ich kein Christ, müßte ich Angst haben um unser Land!
Das Essen als Gewissensfrage
Freitag, 3. September 2010
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„Hat es geschmeckt?!?“ Eine kurze, wenn auch sehr brisante Frage. Unzählige Male hört man diese drei Worte am Tag – und meistens kommt auch die „richtige“ Antwort zurück. Nur manchmal, ja wirklich nicht oft, begehrt der Befragte auf und lässt nicht ein „Es war gut“ oder „Alles perfekt“ über seine Lippen huschen. Ob die nette Bedienung mit einer unkonformen Aussage gerechnet hat, als sie mein Gegenüber an jenem lauschigen Abend fragte, ob sein Mahl denn munde? Definitiv nein! Denn ziemlich irritiert wollte sie dann nicht einmal wissen, woher denn der Unmut rührt. Aber hätte mein kulinarischer Mitstreiter aus falsch verstandenem Anstand die Unwahrheit sagen sollen? Eine gute Grundlage für ein abendfüllendes Gespräch. Natürlich mag der kultivierte Mensch von heute auf die Etikette nicht mehr verzichten. Gerade die Erwachsenen bedienen sich daher gerne den so genannten Höflichkeitslügen, mit denen sie unangenehme Wahrheiten zu umschiffen hoffen. Der Plan, die Gefühle seines Gegenübers nicht zu verletzen, ehrt zwar vordergründig, letztendlich wird aber nur die Wirklichkeit verzerrt. Was hilft es dem Wirt, wenn zwar alle Gäste immer zufrieden sind, aber sie nicht mehr wiederkommen. Und schließlich kann man ja alles sagen, es kommt nur auf den richtigen Ton an. Das hat sich wohl auch die Bedienung gedacht, die uns zum Abschluss eine Kleinigkeit zur besseren Verdauung kredenzte.
