Donnerstag, 18. Oktober 2018 von Holger Much

Der Genuss aus der Pappbox

Oft sind die einfachen Dinge doch die besten Dinge. Ich komme in den letzten Jahren immer mehr auf das vermeintlich Schlichte zurück, lerne das Einfache immer mehr schätzen. Woran das liegt? Ich kann den Grund hierfür offen gesagt nicht wirklich genau benennen. Vielleicht, und das darf ich nun mit dem Überschreiten der 50er-Grenze vielleicht sagen, liegt es einfach daran, dass man mit den Jahren im Einfachen zugleich auch das Wesentliche sieht.

Diese Einstellung kann natürlich zahlreiche Lebensbereiche betreffen, sei es die Wohnungseinrichtung, sei es die Frage, wie und wo – und für wie viel Geld – man seinen Urlaub verbringt. Oder man kann es natürlich auch an Nahrungsmitteln festmachen.

Da ist mir mittlerweile ein Käsebrot oder ein Wurstsalat oft lieber als ein aufwendiges viergängiges Menü.

Oder es ist einfach ein Glas frisch gepressten Apfelsaftes, dessen Geschmack einen in Begeisterung versetzt. Ein Bekannter hat Äpfel im Garten und diese aufgrund der schieren Menge pressen lassen. Nun habe ich eine Fünf-Liter-Pappbox in der Küche stehen und jeder Schluck ist eine Offenbarung.

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Mittwoch, 17. Oktober 2018 von Olga Haug

Plastikmüll den Kampf ansagen

Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton. Das schreibt der WWF und ruft dazu auf, zu handeln – zu Recht. Jeder ist gefragt. Neben Wirtschaft, Industrie und Politik ist auch jeder einzelne Bürger in der Lage, etwas zu unternehmen. Plastik weitestgehend im Alltag zu vermeiden ist gar nicht so schwierig. Schwierig ist nur, sich als Gewohnheitstier umzugewöhnen. Das Obst und das Gemüse beispielsweise vom Markt ohne Verpackung (das gibt es auch im Supermarkt, nur bei Bio wird's etwas schwierig ...), die gute alte Stückseife oder der mitgebrachte Kaffee-to-go-Becher statt beschichtetem Pappbecher mit Plastikdeckel – schon hat man etwas beigetragen. Hat man mit der Plastikverbannung erst einmal begonnen, erkennt man, wie viele Möglichkeiten es doch gibt. Ein Duschgel, ein Shampoo oder eine Seife im Plastikbehälter und mit flüssigen Plastikpartikeln versetzt, kommt mir jedenfalls nicht mehr ins Haus. Das Wasser darf's aus dem Wasserhahn sein, abgefüllt in eine Glasflasche – für unterwegs die Edelstahlflasche. Es ist an der Zeit, etwas zu ändern, bevor nicht nur Fische, sondern wir selbst am Plastikmüll ersticken.

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Samstag, 13. Oktober 2018 von Klaus Irion

Duldsame Bahnkunden

Mittwochnachmittag, Hauptbahnhof Stuttgart. Menschen irren etwas rat- und ziellos zwischen den Gleisen hin und her. Den ungläubigen Blick immer wieder auf die Anzeigetafel gerichtet. Doch, es stimmt. Nicht nur der nächste, nein auch der übernächste Zug, der die Menschen auf der Neckartalbahn und anschließend auf der Zollernalbbahn in Richtung Süden befördern soll, wird ersatzlos gestrichen. Als Grund wird genannt: Ein medizinischer Notfall in einem entgegenkommenden Zug. Notgedrungen begeben sich alle betroffenen Reisenden in einen IC, der sie immerhin schon einmal bis Plochingen bringt. Dort heißt es dann umsteigen. Im Laufschritt wälzt sich die Masse Mensch Richtung Gleis 59 (die Zahl stimmt wirklich), eine Art Abstellgleis für einen einzigen Triebwagen. Wer nun aber glaubte, es wäre angesichts des unfassbaren Platzmangels zu „dramatischen“ Szenen gekommen, der irrt. Als sich endlich alle Geplagten in den Wagen gequetscht hatten, kehrte absolute Stille ein. Eine Gemeinschaft von Leidenden, die ihr Schicksal ergeben hinnahmen. Vermutlich weil für viele von ihnen solche Szenen inzwischen zum Bahnpendler-Alltag gehören. Hut ab vor allen Duldsamen. Die Deutsche Bahn kann sich glücklich schätzen, dass sie trotz des Fahrtplanchaos' noch solche Kunden hat.

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Freitag, 12. Oktober 2018 von Volker Bitzer

Ziemlich abgekühlt

Ein jedes neue Auto hat mittlerweile eine Klimaanlage an Bord. Bei guter Ausstattung sogar eine Klimaautomatik mit mehreren Zonen. Eingestellt wird die gewünschte Grad-Zahl und flugs soll der Innenraum auf die Wohlfühltemperatur – je nachdem – gekühlt oder beheizt werden. Beim Wärmen hat die Elektronik der drei deutschen Premiumhersteller aber so ihre Probleme. Das habe ich schon mehrfach getestet. Mit Thermometer. Beispiel gestern: Zuhause in der Garage steht die Quecksilbersäule auf 15 Grad. Die Klimaautomatik ist auf 23 Grad eingestellt. Heizen ist also gefragt.

Aber was passiert? Zwar kommt nach einigen gefahrenen Kilometer warme Luft aus den Düsen, aber nicht lange. Noch während mein Hand-Thermometer um die 19 Grad zeigt, wird bereits wieder leicht gekühlt. Warum? Häufig argumentieren die Hersteller mit Sonneneinstrahlung. Gerade im Herbst, wenn es draußen 14 Grad hat, aber die Sonne scheint, wird es tatsächlich problematisch. Dabei ist es doch ganz einfach. Wenn ich 23 Grad einstelle, dann will ich auch, dass der Innenraum 23 Grad (plus minus eins) hat und nichts anderes. Sonne hin oder her. Ich möchte mich als Kunde von den Autoherstellern nicht bevormunden lassen, wo mein Empfinden 23 Grad fühlt. Das ist eine physikalische Größe, also messbar.

Während in München die Ingenieure noch am ehesten die echten Temperaturen in den Innenraum bekommen, sieht es bei jenen in Stuttgart schon schlechter aus. Ganz schlimm ist es jedoch in Ingolstadt, wo offenbar ganzjährig tropische Verhältnisse herrschen.

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Donnerstag, 11. Oktober 2018 von Thomas Godawa

Die Tage werden kürzer

Es ist mal wieder so weit, der Sommer verabschiedet sich. Eigentlich kaum zu glauben nach diesem Sommer, der von April bis September ging. Und doch, die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und irgendwo empfinde ich das auch als tröstlich, diese Abfolge der Jahreszeiten. Sie gibt einem das Gefühl von Bewegung, Dynamik und Fortschritt. Und es gibt einem die Sicherheit immer wiederkehrender Rituale, Feste, Familientreffen und neuer Begegnungen und Familienzuwachs. Das Leben wächst weiter in diesem gewohnten Rhythmus, der einem inzwischen vertraut ist. Über die Jahrzehnte hinweg. Und dabei wird mir bewusst, dass der Weg das Ziel ist, mit all seinen Niederlagen und Erfolgen unterwegs, mit den fröhlichen und den traurigen Momenten. Und ja, die Tage werden kürzer.

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