Samstag, 16. Juni 2018 von John Warren

Einsamer Rekordhalter

Heute vor 16 Jahren ist Irland im Achtelfinale der Fußball-WM gegen Spanien ausgeschieden. Damals eine große Enttäuschung für mich. Obwohl die „Boys in Green“ zuvor in der Vorrunde Deutschland ein 1:1 abtrotzten und ein junger Robbie Keane bis zum Finale der einzige Spieler war, der den Titanen Oliver Kahn im deutschen Tor bezwingen konnte.

??Deutschland wurde später sensationell Vizeweltmeister. Doch auch Irland stellte einen WM-Rekord auf, der bis heute ungebrochen ist. Die Republik Irland ist nämlich das Land, das die meisten Teilnahmen hat und dabei gleichzeitig immer Runde eins überstand. In der Summe sind das zwei Achtelfinal- und eine Viertelfinalteilnahme. Den Rekord kann Irland dieses Jahr nicht verlieren, denn das Team hat sich für das Turnier in Russland nicht qualifiziert.

Deutschland ist übrigens auch ein Experte was die Vorrunde angeht. Ein vorzeitiges Aus gab es weder für die Auswahlen der BRD noch der DDR. Nur einmal scheiterte Deutschland in der ersten Runde. 1938 war in Runde eins, dem Achtelfinale, gegen die Schweiz Schluss. Kurz zuvor hatte Deutschland übrigens Österreich – und seine Nationalspieler – annektiert.

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Freitag, 15. Juni 2018 von Nicole Leukhardt

Mit der Mücke zum Elefanten

Kennen Sie die Redewendung „aus einer Mücke einen Elefanten machen“? Das Sprichwort ist grottenfalsch. Richtig müsste es heißen: Mit einer Mücke einen Elefanten machen. Ich erkläre auch gern, weshalb. Am Montag vergangener Woche brachte ich meine Tochter frühmorgens auf den Wanderparkplatz, wo ihre Kindergartengruppe sich zum Start in die Waldwoche aufmachte. Als ich in mein Auto stieg, juckte mich mein rechter Knöchel. Ich sah eine etwas dicke Stelle und in deren Mitte einen blutigen Punkt. Ich beschloss, den juckenden Mückenstich so gut ich konnte zu ignorieren. Am Dienstag war die Stelle großflächig rot und heiß geworden. Im Lauf des Dienstags geschah dann etwas Seltsames: Mein kompletter Knöchel begann zu wachsen und hörte gar nicht mehr auf. Am Mittwoch war er so angeschwollen, dass ich mit der Grazie eines fußlahmen Elefanten zum Arzt humpelte. Dieser diagnostizierte eine starke, allergische Reaktion, ein Antiallergikum ließ den Fuß einen weiteren Tag später wieder auf Normalmaß schrumpfen. Der Mücke allerdings wünsche ich von Herzen, dass ihr ein Elefant begegnet, der sie zur Schnecke macht. Aber ordentlich.

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Mittwoch, 13. Juni 2018 von Volker Schweizer

Wenn die Hitze zu Kopf steigt

Wer zum Schwimmen geht, will seinem Körper etwas Gutes tun. Und wer gleich morgens seine Bahnen zieht, ist fit für den (Arbeits-)Tag. Das denken sich wohl viele Wasserratten, denn einige von ihnen warten schon in aller Herrgottsfrüh' vor dem verschlossenen Tor. Kürzlich, an einem warmen Sommermorgen, musste ich beim Vorbeilaufen schmunzeln, denn beim Freibad ging’s zur Sache – der Kampf um den letzten freien Parkplatz. Die beiden Kontrahenten gaben in ihren Autos alles, es wurde gehupt und wild gestikuliert. Der Mann im Polo ließ schließlich sein Gegenüber im Fiat in die letzte Lücke einscheren. Parkplätze gibt es um das Bad genug, man muss allerdings ein paar Schritte gehen, was aber sicherlich genauso gesundheitsfördernd ist wie der Frühsport im Wasser. Hoffentlich war das Wasser kalt genug, damit sich die aufgeheizten Gemüter wieder abkühlen konnten.

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Dienstag, 12. Juni 2018 von Lydia Wania-Dreher

Schnuppernde Schwestern

Wer sucht eigentlich Ihr Parfüm aus? Bei mir ist das ganz einfach: ich selbst. Denn ich besitze nur ein einziges und dessen Duft verbinde ich mit einer schönen Begebenheit. Sollte ich mir doch mal wieder ein neues Parfüm zulegen, werde ich dieses Mal eine Begleiterin zum Kauf mitnehmen: meine Schwester. Denn Forscher der Karls-Universität Prag fanden heraus, dass sie am besten bei der Wahl des Duftes beraten kann. Sogar besser als der eigene Partner. Getestet wurde das allerdings mit Männern. Deren Schwestern suchten einen deutlich maskulineren Duft raus als sie selbst. Von den Testern wurde dieser dann als am passendsten eingestuft. Gefolgt von den Favoriten der Partnerinnen. Ganz zum Schluss kam ihre eigene Wahl. Ich hoffe nun, dass mein Parfüm trotzdem zu mir passt. Maskulin ist es schon mal, denn es ist eigentlich „pour homme“.

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Samstag, 9. Juni 2018 von Daniel Seeburger

Weihnachten schon im Mai

Die Sonne brennt. 30 Grad im Schatten. Den unzähligen Kindern, die da im Playmobil-Funpark in Zirndorf wippen, sandeln, Floß fahren, Burgfräulein und Ritter spielen, das Piratenschiff erobern, matschen, Schätze suchen und Kletterwände erklimmen, ist das völlig egal. Sie wuseln, laufen, springen, und hopsen vorwärts, rückwärts und seitwärts. Als ich versuche, meine zwei Jungs in einem Pulk von Nuggetschürfern in einem riesigen Sandkasten zu finden, fällt mir auf, dass Kinder immer rennen – es sei denn sie schlafen oder sitzen vor der Glotze. Der Bewegungsdrang meines Nachwuchses ist an diesem Tag enorm, während Mama und Papa jedes Schattenplätzchen, das man einmal ergattert hat, mit Zähnen und Klauen verteidigt. Die Ruhe, die man dort findet, wähnt allerdings nur kurz. Denn schon haben meine Kinder die nächste Attraktion entdeckt und stürmen los. Hat man sich dann erfolgreich zum Ausgang vorgekämpft, wartet noch die ultimative Herausforderung für Kinder und Eltern: der Playmobil-Shop. Meine Kinder erweisen sich in den Verhandlungen mit den Eltern als echte Profis und sichern sich die um über 30 Prozent reduzierte Falkenritterburg, die aber trotzdem immer noch so teuer ist wie eine viertel Spülmaschine. Der Deal: die Eltern bezahlen, die Burg gibt's aber erst zu Weihnachten. Und so profitieren beide Parteien vom Geschäft. Bei den Kindern startet die Vorfreude auf Heiligabend äußerst früh und die Eltern ersparen sich viel Stress, denn sie haben sich das wichtigste Weihnachtsgeschenk schon Ende Mai gesichert.

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