Nachrichten
Gehört – Notiert
31.10.2009
von
Karl-Otto Müller
KEINER WAR SCHNELLER: Bereits in „aller Herrgotts-Frühe“ übermittelte der junge Balinger Felix Jetter als Erster gestern seine Glückwünsche an seinen Balinger Oberbürgermeister zu dessen 50. Geburtstag – wir berichteten. Jetter (22, Foto) besucht die Kbf in Mössingen - als interessierter Zeitungsleser absolvierte er in diesen Herbstferien zum zweiten Mal ein Ferienpraktikum in der Balinger Redaktion des ZOLLERN-ALB-KURIER. Über das Jubiläum des Balinger Stadtoberhauptes war er deshalb bestens informiert. Rathausmitarbeiter, Amtsleiter, Parteifreunde und zahlreiche Gratulanten hatte Oberbürgermeister Helmut Reitemann gestern nachmittag im „Cubus“ des Hotels Stadt Balingen empfangen.
ZUERST TOPMELDUNG am vergangenen Samstag, dann aber mit der Abschiedsmeldung unseres Ministerpräsidenten mit einem Male ins Abseits gerückt: Die Auszeichnung der Biberacher Stadtbücherei für deren hervorragende Projektarbeit. Dotiert mit immerhin 30 000 Euro. Was diese Bücherei gegenüber anderen auszeichnet?
Ihr integratives Konzept, das sich insbesondere auf die seit wenigen Jahren wie Pilze aus dem Boden schießenden so genannten Mediotheken an verschiedenen Schulen erstreckt. Diese sind in all ihren medialen Facetten in das Konzept der Biberacher Stadtbücherei aufgenommen. „Kompetenzen werden in effizienten Synergien zusammengeführt“ – ein grandioser Satz, der die Idee aber trefflich auf den Punkt bringt. Eine Idee, die Konzept für ähnliche Einrichtungen sein sollte. Genial einfach, naheliegend, und als Alternative zu Schließungsvorschlägen, wie sie beispielsweise dieser Tage in Albstadt laut geworden waren, durchaus überlegenswert. Oder?
PROTESTE gegen den am letzten November-Wochenende in Balingen geplanten Jugendorchester-Wettbewerb BW-Musix kündigen derweil Anti-Militaristen an. Sie vermuten in dem von der Bundeswehr-Militärmusik ausgerichteten Orchesterwochenende eine versteckte Anheuer-Aktion für Soldaten-Nachwuchs. Dabei verurteilen sie insbesondere auch alle Unterstützer dieses Wettbewerbs, bis hin zur Stadtverwaltung, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stelle und auf ihrer Homepage für den Wettbewerb Werbung mache. Initiiert sei dieser Widerstand, so wird uns mitgeteilt, von einer Balinger Stadträtin – deren Parteiväter im übrigen deutsche Soldaten erstmals in der Nachkriegszeit in kriegerische Auseinandersetzungen geschickt haben, damals in den Kosovo.
Niemand möchte seine Kinder in den Krieg schicken, da stimmen wir mit den Protestierenden überein, aber die Aufgabe der Bundeswehr in diesem Land darf durchaus differenzierter betrachtet werden – über die Rolle der Militärmusik kann in anderer Form diskutiert werden, hinsichtlich der Rolle eines solchen Wettbewerbs für die Stadt Balingen sollte insbesondere eine auch der Stadt verpflichtete Rätin mit mehr Sensibilität zu Werke ziehen.
IN JURISTISCHEM NACHSPIEL droht der im vergangenen Jahr gescheiterte Abend mit den RTL-Superstars auf dem Balinger Messegelände zu münden. In einer Strafanzeige legt ein heimischer Geschäftsmann der Hechinger Staatsanwaltschaft dar, dass die Verantwortlichen des Vereins „Children of the night“ bereits Monate zuvor in einem ersten Anlauf gescheitert waren: Unter „Vorspiegelung falscher Tatsachen“ waren Geschäftsleute veranlasst worden, mit Spenden und Bürgschaften zum Zustandekommen eines Konzertes beizutragen. Indes: Auch hier waren wohl Spenden versickert, das Konzert abgesagt, die Rückzahlungen der Darlehen ausgeblieben. Die Staatsanwaltschaft prüft derweil, ob Anklage erhoben wird.
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